Gesang bey des Edlen vnd Hochberühmten Herren Martin Opitzen von Boberfeldt, etc. etc. hocherfrewlichen Gegenwart Zu Königsbergk in Preussen

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Simon Dach: Gesang bey des Edlen vnd Hochberühmten Herren Martin Opitzen von Boberfeldt, etc. etc. hocherfrewlichen Gegenwart Zu Königsbergk in Preussen (1632)

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Ist es vnsrer Seiten Werck'
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Je einmahl so wol gelungen,
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Das wir dir, O Königsbergk,
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Etwas gutes vorgesungen,
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So vernimm auch dieß dabey,
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Wer desselben Stiffter sey:

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Dieser Mann, durch welchen dir
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Jetzt die Ehre wiederfähret,
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Das der Deutschen Preiß vnd Zier
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Sämptlich bey dir eingekehret,
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Opitz, den die gantze Welt
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Für der Deutschen Wunder helt.

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Ach der Außbund vnd Begriff
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Aller hohen Kunst vnd Gaben,
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Die der Alten Weißheit tieff
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Ihrem Ertz' hat eingegraben,
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Vnd der lieben Vorfahrt Handt
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Vns so trewlich zugesandt!

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Man erschricket, wenn er nun
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Seiner tieff erforschten Sachen
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Abgrundt anhebt auff-zuthun,
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Vnd sein Geist beginnt zu wachen,
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Wer alsdan Ihn loß sieht gehn,
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Der sieht Welschlandt vnd Athen.

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Orpheus giebt schon besser Kauff,
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Hört er dieses Mannes Seiten,
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Vnser Maro horchet auff,
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Sagt: was sol mir das bedeuten?
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Wird der Weisen Lieder Ruhm
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Nun der Deutschen Eigenthum?

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Ja, Herr Opitz, ewrer Kunst
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Mag es Deutschland einig dancken,
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Das der frembden Sprachen Gunst
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Mercklich schon beginnt zu wancken,
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Vnd man numehr ins gemein
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Lieber Deutsch begehrt zu sein.

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Wer hat ewrer süssen Handt
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Diesen Nachdruck mit gegeben,
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Daß das gantze Norden-Landt,
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Wenn Ihr schlagt, sich muß erheben,
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Vnd so mancher Edler Geist,
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Euch zu folgen sich befleist?

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Last den stoltzen Thracer-Fluß
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Nicht so trotzig sich ergiessen,
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Vnd den edlen Mincius
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Was bescheidentlicher fliessen,
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Ewres Bobers kleine Fluth
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Nimpt doch allen nun den Muth.

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Wol euch, Herr! was für ein Lohn
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Hat sich hie mit eingedinget?
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Daß von hie-ab ewer Thon
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Bis in jenes Leben dringet,
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Dessen Nachklangk aller Zeit
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Vnd vergängnüß sich befreyt.

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Hie kunt' ewre Jugend zwar
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Schon den Lorber-Krantz erjagen,
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Aber dort wird ewer Haar
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Erst der Ehren Krohne tragen,
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Die euch David gern gesteht,
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Weil Ihr seinen Fußpfad geht.

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Doch wird auch des Pregels Randt,
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Weil er ist, von Euch nicht schweigen,
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Was von vns hie wird bekant,
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Was wir singen oder geigen,
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Vnser Nahme, Lust vnd Ruhe
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Stehen Euch, Herr Opitz, zu.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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