Heinrich Albert und Elisabeth Starck

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Simon Dach: Heinrich Albert und Elisabeth Starck (1632)

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Damon, wo hinfort dich Preussen
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Vnd vorauß des Pregels Randt
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Weg lesst in dein Vaterlandt,
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Wil ich nicht Chasmindo heissen,
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Was dich hie gefangen helt
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Ist dir mehr den alle Welt.

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Seit daß du in Philosetten
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So verliebt gewesen bist,
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Seit daß sie dir günstig ist,
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Liegt dein Hertz gleich an der Ketten,
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An der Ketten liegt dein Hertz,
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Die auch weich macht Staal vnd Ertz.

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Leute, die in Eisen liegen
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Auß verdampter Tyranney,
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Werden offt noch loß vnd frey,
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Vögel hoffen zu entfliegen:
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Die in LiebesBanden stehn
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Wünschen nicht eins zu entgehn.

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Stimm nur deine Seiten wieder,
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Du bist hier vnd bleibst auch schon,
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Vnd verschaffe, das dein Thon
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Mag beseelen vnsre Lieder,
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Die ohn dich, O Phebus Kind,
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Warlich sonder Seele sind.

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Ach mit was für schönen Dingen,
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Was für Lust vnd Fröligkeit
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Hoffen wir die LiebeZeit
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(da es Gott wil) zuzubringen,
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Wann vorauß der Frost erliegt
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Vnd der Lentz die Herrschafft kriegt,

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Wann wir auff begrünter Heyden
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Hingestreckt ins feuchte Graß
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Bey den Bächen, die wie Glaß
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Vor sich rauschen, sollen weiden,
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Wann die Lerch vnd Nachtigal
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An wird stimmen Berg vnd Thal.

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Celadon, vor welches singen
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Meine Geige sich entfärbt,
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Der sein Spiel von dem ererbt,
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So den Acheron kan zwingen,
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Geht mit seiner Kunst voran,
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Dann sing' ich so gut ich kan.

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Mein Berrintho wird mir sagen,
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Wo mir etwa Fleiß gebricht,
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Vnd durch gutten Vnterricht
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Eine gute Röht' abjagen,
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Mein Berrintho, der mich trieb,
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Daß ich dieses Lied auch schrieb.

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Also wollen wir geniessen
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Vnsers Lebens, weil es wehrt,
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Vnd ob schon der Geist entfehrt,
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Augen vnd Gehör sich schliessen,
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Werden wir doch, wie ich mein',
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Vmb ein gut theil vbrig sein.

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Unsrer Freundschafft, vnsrer Seiten
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Wird ob Gott wil noch gedacht,
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Solte man vns zu der Nacht
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Auch vmb Morgen schon begleiten:
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Vnd der edlen Tichter Geist
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Lebt im Tod erst allermeist.

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Damon auff, vnd laß vns leben,
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Laß vns auff den Koht der Welt,
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Der von vns ein Urtheil fellt,
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So nicht taug, nicht so viel geben!
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Muhtig sein vnd recht gethan
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Bricht durch allen Neid die Bahn.

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Dieß nur wil ich einig bitten,
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Daß mir künfftig frey mag stehn,
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Bey dir auß vnd ein zu gehn
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Nach der alten Freundschafft Sitten.
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Ach wie wol ist meinem Sinn,
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Wenn ich, Damon, vmb dich bin.

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Andre mögen von dir halten,
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Von dir reden dieß vnd das,
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Ich begehre durch das Glaß,
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So ich trincke, zu erkalten,
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Wo mein Hertz mit Trug vnd List
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Gegen dich verfälschet ist.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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