Martin Reggius und Anna Waldeck

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Simon Dach: Martin Reggius und Anna Waldeck (1632)

1
Freund des Himmels vnd des allen
2
Was dem Himmel mag gefallen,
3
Hertzlich sind wir zwar betrübt,
4
Daß du von vns weg bist kommen,
5
Vnd hast eine dir genommen,
6
Der du vnd die dir beliebt.

7
Nicht daß wir dich solten neiden,
8
Daß der Liebe süsses Leiden
9
Numehr durch ein zartes Bildt,
10
Welches du zu diesen Dingen
11
Dir lesst an die Seiten bringen,
12
Wird vermehrt vnd bald gestillt.

13
Nein, wir wünschen noch von Hertzen,
14
Daß Ihr also möget schertzen,
15
Daß von euch, Ihr frisches Paar,
16
Was in diesem newen Leben
17
Ihr euch beyde werdet geben,
18
Zeugen mög ein jedes Jahr.

19
Sondern warumm wir vns kräncken
20
Ist, daß wir daran gedencken,
21
Wie wir nun so lange Zeit
22
Immer sind gefunden worden
23
In der trewen Freundschafft Orden,
24
Vnd in rechter Trawligkeit.

25
Wie daß doch der Menschen Sinnen
26
Sich so können lieb gewinnen,
27
Daß sie sind wie einverleibt,
28
Sich so gantz genaw vmbfassen
29
Vnd nicht gerne sich verlassen,
30
Keins nicht von dem andern bleibt?

31
Dieß hat Theseus gezwungen,
32
Daß er vngeschewt gedrungen
33
Durch der finstern Höllen Pfort,
34
Dies hat Diomedt gemachet,
35
Daß er die Gefahr verlachet,
36
Vnd den Feind bey Nacht ermordt.

37
Freundschafft, die was weiter gehet
38
Vnd nur nicht in Worten stehet,
39
Wünscht ein stets beysammensein,
40
Ist beharrlich in den Nöhten,
41
Lesset sich viel lieber tödten,
42
Alß sich trennen Noth vnd Pein.

43
Dieses ist, worumb wir eben
44
Wünschen noch mit dir zu leben,
45
Aber weil es Gott gefellt,
46
Der dich auff den Staub der Schulen
47
Anderweit nechst keuschem Buhlen
48
Auch zu seinem Dienst bestellt,

49
Müssen wir hie sein vergnüget,
50
Wie der Höchst' es hat gefüget,
51
Wünschen dir vnd deiner Braut
52
Wahre Liebe, Heil vnd Stärcke,
53
Gottes Geist auch zu dem Wercke,
54
Daß er selbst dir anvertrawt.

55
Wollen aber vnterdessen
56
Deiner nimmer nicht vergessen,
57
Von dir reden alles best',
58
Vnd sind auch auff dein begehren
59
Kommen, bey dir einzukehren
60
Deine liebe Hochzeit Gäst.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.