Hirten-Gedicht. Als der grosse und gelehrte Fürst G ünther zu Schwartzburg, Die Göttlichen Wunder in Vermeh- rung des Getraides, von mir betrachtet, verlangte

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Barthold Heinrich Brockes: Hirten-Gedicht. Als der grosse und gelehrte Fürst G ünther zu Schwartzburg, Die Göttlichen Wunder in Vermeh- rung des Getraides, von mir betrachtet, verlangte (1736)

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Auf einer sanft erhabnen Höh', an welcher die be- büschten Seiten,
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Mit Kräutern überall bedeckt, sich unten allgemach ver-
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Auf deren Wipfel Eichen, Büchen und Blätter-reiche
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Wovon die grün-und kühlen Schatten, in stiller Eintracht
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Saß
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Den regen Müßiggang im Jagen allein nicht groß und
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Nein, die (da sie nunmehr den Hof, mit seiner Lust und
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Daß man, bey Schafen und bey Büchern, kann froh und
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Ja denen, daß man auf dem Lande, in einer wahren Men-
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Der GOttheit Wercke deutlicher, als etwan sonsten, sieht,

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Die, sag ich, sassen bey einander auf einer Banck’ aus grü-
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Die an dem angenehmen Orte nur neulich erst verfertigt
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Sie sahen, nebst den muntern Ziegen, der Wollen-rei-
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Bald zwischen jungen Büschen klettern, bald in beblühm-
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Die dort, mit unterbrochnem Meckern, durch dicht-ge-
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Die hier das feinste Gras, den Klee mit regen Kiefern
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Zur Lincken lagen hohe Hügel, so sich mit dichter Wal-
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Worauf der Wipfel halbe Circkel sich immer höher auf-
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Dort theilt, von schon gereiften Korn, ein groß- und brei-
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Das helle Grün beblühmter Wiesen, am Fusse dunckel-
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Hier streckt, von kleinen Büschen, sich
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Ein langer grüner Strich hingegen durch Aeren-schwan-

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Die Schönheit sahe
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Und wieß sie
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Sein Aug an diesem Vorwurf labt’. Es herrscht’ in ihrer
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Ein’ aus den Wercken der Natur, zu dessen Ruhm, ent-

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Der Himmel, Meer und Erde schuf. Ach rieffen beide:
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Ist alles was wir hier erblicken! Wie herrlich ist es was
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Fuhr
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Ist auf der Welt das glücklichste! weil man, mit ruhigem
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Auf der Natur so reiche Schätze am füglichsten kann Ach-
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Und man des Schöpfers Werck in ihnen mit Ehrfurcht,
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Wie glücklich leben wir allhier! Da, so von Stadt
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Man so von der Natur, als sich, was sonst nicht sichtbar,
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Da die Allgegenwärtge GOttheit, in Wäldern, Feldern
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In Thieren, in den Elementen, ja im geringsten Kraut
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Da man, vom Reitz der Leidenschaften befreit, in Ruh’
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Weit besser als in Hof und Stadt, besieht, erkennet und
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Und, in der Ruh’ und Still’, ein sonst umsonst gesucht
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An solchen redlichen Gedancken ergetz’ ich mich. Oft fällt
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Wo kann man wol, in einem Stand auf Erden, besser
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Der stetig wirckenden Natur, als auf dem stillen Land’
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Wo sieht man besser, als bey uns, die Sonne Wald und Fel-
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Die Sonn’ ein wahrer Wunder-Spiegel des Mächtigen, der

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Entfernt von giftiger Verläumdung, Verfolgung, Un-
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Erblickt man hier ein Ueberbleibsel der sonst verschwund-
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Hier wo man, bloß durch niedre Demuth, allein zur
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Wo alles, was man hört und sieht, uns eine Freuden-Frucht
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Und wo uns der Geschöpffe Leiter, mit sanfter Lust, zum
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Hier, sag ich, sind mir meine Schaafe der Vorwurf mei-
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Jhr sanftes Wesen, ihre Bildung, ihr Nutz, die Unschuld
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Erregen mir in meiner Brust,
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Je mehr ich alles untersuche, noch immer grössre Freud’

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„kan jemand, sang ich jüngst, wol sonder wahre Freude
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„und, wenn ers recht erwegt, ohn innerlichs Vergnügen,
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„in vollen Hürden bald, bald auf beblühmter Weide,
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„bald hier, bald dort, recht als in Chören,
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„das rollende Geblöck der Schaaf’ und Lämmer hören?
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„wie lieblich ist es nicht, wenn alt und junge Ziegen,
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„sammt zarten Lämmerchen, beym tieffern Ton, da
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„jhr kurtz-gebrochnes Meckern mischen?
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„bey welchem lieblichen sanft-lermenden Gethön,
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„zumahlen wenn dabey die Feld-Schallmayen klingen,
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„wir dann darnach die jungen Böcke springen,
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„und jungen Lämmer hüpfen sehn.

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„wer siehet ohne Lust und inniges Vergnügen,
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„die weisse Heerd’ im grün- und tieffen Grase liegen!
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„man siehet öfters blos ihr wiederkauend Haupt,
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„indem der Ueberrest von Kräutern gantz belaubt.
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„wer siehet ohne Lust, aus glatter Kühe Zitzen,
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„in Eimern, die beschäumt, die Milch in Strahlen

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Du hast recht, sprach
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Von der Treflichkeit und Anmuth der so edlen Schäfferey,
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Daß sie von dem Land-Vergnügen fast das Allerschönste
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Gleichfals bey.
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Dennoch ließ ich ebenfals auch ein Liedgen jüngst erklingen,
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Des nicht minder wahren Inhalts, daß der Land-und Acker-
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Mich nicht weniger ergetzt und recht inniglich vergnüget,
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Als in welchem Nutz und Lust, gleichfals sich zusammen
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Und worinn ich voller Anmuth tausendfache Wunder schau.
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Neulich setzt ich mich und sahe früh, nach wolgenossner Ruh,
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Meiner Leute Säh’n und Pflügen, mit vergnügten Blicken,
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So daß ich, dadurch gerührt, Feder und Papier ließ bringen,
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Um mit recht erfreuter Seelen, den, daus alle Ding’ ent-
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Den, durch dessen holde Liebe, Macht und Weisheit, Huld
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Nun das menschliche Geschlecht zu so Seegen-reicher Kunst
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Blos allein gelanget ist, zu erheben, zu besingen.

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Ich schrieb: Seit dem, durch Lust zur Ruh, dazu bewo-
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Ich mich dem städtischen Geräusch entzogen,
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Seit dem ich hier,
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In diesem holden Lust-Revier,
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Die Schätze der Natur beachte,
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Und den, der sie gemacht, die Urquell aller Welt,
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Der sie so wunderbar erschaffen und erhält,
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In ihrer Zier und Nutzbarkeit betrachte;
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Hab ich mich oft am Feld-und Acker-Bau,
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Recht inniglich vergnüget und ergetzt.
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So gar das Pflügen selbst, wie mühsam es auch scheint,
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Hegt mehr Vergnügen, als man meint.
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Der Furchen ordentliche Menge
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Verschönern ihre kleine Schatten,
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Als die sich mit dem Licht in reinen Gräntzen gatten.
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Derselben zierliche gerade Länge,
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Wenn meine Knechte sie gezogen hatten,
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Hat ofters mich so sehr vergnügt,
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Daß ich, dadurch gereitzet und bewogen,
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Selbst einige mit Lust und mindrer Müh gezogen,
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Als man kaum glauben wird. Ist nun das Land gepflügt;
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So hat man sich nicht weniger zu freuen,
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Wenn, mit gemessnem Tritt, wir gelben Saamen streuen,
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Und, daß er, uns zum Nutz, vermehrt mag auferstehn,
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Durch Egen ihn begraben sehn.
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Da er, von dem durch unsrer Sonne Kraft
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Begeisterten, durchdrungnen Erden-Saft,
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Recht als geschwängert, sich belebet,
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Und aus der Furchen duncklen Strichen in grünen Stri-

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Die, wenn zumahl
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Der warmen Sonnen holder Strahl,
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Durch ihre Blätter fällt und alles lieblich glühet,
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Man, den Smaragden gleich, durchleuchtig funckeln siehet.
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Auch wenn ich reif Getraid, im schwühlen Sommer, schau,
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Ergetzt sich Aug und Hertz. Es wallt, selbst GOtt zur
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In dem gereiften Korn, ein gelbes Aeren-Meer.
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Man kan der Aeren spielend Wallen,
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Wie sie sich sanft erheben, wieder fallen,
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Bald wieder in die Höhe steigen,
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Bald schweben, bald sich wieder neigen,
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Bald für sich selber fliehen, bald sich jagen,
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Bald wirbelnd sich im Kreise drehn,
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Nicht sonder Lust, nicht ohne Freude, sehn.
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Zumahl ergetzet uns, in hellen Sommer-Tagen,
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Der Erndte frohe Zeit. Wie blitzt der Sichel Stahl!
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Bald zeigt sich hier, bald dort, ein kleiner Strahl,
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Der uns ergetzt, nicht schreckt. Wie rauscht der schnelle
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Wenn man, bey einem jeden Tritt,
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Die Schwaden fallen sieht. Es fahren grosse Wagen,
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Die kaum die Last der grossen Schober tragen;
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Man hört den muntern Fuhrman singen,
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Aus einer Sorgen-losen Brust;
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Mit Freuden sieht man ihn die schlancke Geissel schwingen,
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Des Klatschens kurtz - oft wiederhohlter Knall,
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Vermehrt, nebst seiner Freud’, auch seiner Hörer Lust.
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Es wühlt und lebt das Feld jetzt gleichsam überall,

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Und wer kan, ohne Freud’ und inniges Bewegen,
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Den uns vom Himmel selbst geschenckten Seegen
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Hier annoch stehn, da binden, dorten mähn,
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Hier in die Scheuern fahren sehn?

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So sang ich dazumahl, als unverhoft ein Brief,
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Von meinen wehrten Freund
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Mir ungefehr zu Händen lief.
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Ich faltet’ ihn kaum aus einander
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Als schnell ein Weisheit-Licht mir in die Augen fiel.
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Es gab mir sein geschickter Kiel,
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Was ihm, von seinem Herrn, dem teutschen Salom
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Dem Fürsten
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An dessen Lob und Ruhm kein Ruhm vermag zu reichen,
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An mich befohlen war gewesen,
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Mit ungemeiner Lust zu lesen.
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Wie ward mein Geist gerührt und meine Seele froh!
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Wie inniglich ward ich ergötzet,
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Als eben das, was ich mir vorgesetzet,
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Von mir verlanget ward: ja nicht allein verlangt;
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Es war ein weiser Plan, dem Schreiben angebogen,
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Ein Abriß, den der Geift des Fürsten selbst gezogen,
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Drin Andacht, Ordnung, Feur gantz unnachahmbar prangt.

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„gebenedeites Land! rief ich, von Lust gerührt,
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„in welchem solch ein Fürst den Zepter führt,
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„der auf den Acker-Bau sein weises Auge lencket,
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„der auf des Land-Manns Werck, in güldnen Zim-
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„ja der so gar, mit Danck und Andacht angefüllt,
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„auf des allmächtigen Regierers aller Welt,
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„der durch den Acker-Bau die Thronen selbst erhält,
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„aus dessen Weisheit, Lieb’ und Macht der Seegen qvillt,

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„so weise Wege sinnt, und dessen Allmacht ehrt,
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„der, durch das milde Korn, so Vieh, als Menschen,
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„nicht zu bewundern ist, wenn zu dem Sternen HErrn
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„dein treues Volck, mit aufgehabnen Händen,
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„für dein beständigs Heil und Wolergehn so gern
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„und unabläßig fleht!„ Ich fing hierauf mein Singen,

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Nach seiner Vorschrift, an:
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Doch hab ich sonst fast nichts dabey gethan,
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Als
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Darauf nahm
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Aus seinem Taschen-Buch und reicht es
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Mit diesem Worten, ein: Dieß war des Fürsten Wille,
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Was ich beschreiben sollt. Ließ ob ich nicht genau
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Geschrieben, was er schrieb, ich les’ indessen dir,
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In dieser Einsamkeit, in dieser süssen Stille,
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Was ich davon gereimet für.
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Worbey denn
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Mit frohem Blick, Bewundrung-voll durchlief.

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O ew’ger Ursprung aller Dinge!
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Der alles, und auch mich, gemacht!
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Gieb, daß ich meiner Seelen Kräfte,
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Mit Lust und mit Verwundrung hefte
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Auf deiner Wercke Nutz und Pracht,
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Die du aus Nichts, hervor gebracht,
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Und stets in Andacht dir lobsinge,
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Wenn ich, in ihnen, dich betracht!

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Du ruffest dem, das nicht ist, daß es sey,
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Und lässest das, was worden ist, vergehn!
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Dein Winck heist wiederum das, so bereits vorbey,
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Aufs neue wiederum entstehn!

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Dein Wort erhält die Welt, und, mit der Frucht der
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Weiß uns im Ueberfluß dein Seegen zu ernähren.
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Mein GOtt! zu Ehren deinem Nahmen,
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Bet’ ich absonderlich in des Getraides Saamen
208
Die Wirckung deiner Allmacht an1

209
O du Geheimniß-volles Wesen,
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Du scheinst vom Schöpfer selbst erlesen
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Zum Wunder-Werck für jedermann!
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Wohin sich auch mein Sinnen lencket,
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Wie tief sich meine Seele sencket,
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Je mehr sie hin und wieder dencket,
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Was doch der Saamen eigentlich;
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Je mehr, je mehr, verlier’ ich mich.
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Ein geistig Feuer, das dich füllet,
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Ist wunderbar in dir verhüllet,
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Unsichtbar ist die rege Gluth,
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Die eingeschlossen gleichsam ruht,
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Die aber augenblicklich zündet,
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So bald sie einen Zunder findet.

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Wie wir ein mannigfalt’ges Brennen,
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In abgezognen Wassern kennen,
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Das starck und doch nicht sichtbar ist,
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So stellet ungefehr sich mir
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Die Kraft, die ich im Saamen spühr,
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Als ein lebendig Feuer für.
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Wie nun ein Füncklein, noch so klein,
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Die gantze Welt in Brand kann setzen;
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So kann von einem Korn allein,
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Die gantze Welt besaamet seyn.

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Wie gros ist dieß Geheimniß nicht,
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Das in des Saamens Wesen stecket,
235
Das, recht wie ein unsichtbar Licht,
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Rings um sich seine Kräft’ erstrecket.
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O wunderbahrer GOtt! es sieht
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Jm Saam-Korn mein betrachtendes Gemüht
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Eh meiner forschenden Gedancken,
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Als wie desselben Kräfte, Schrancken!
241
Es scheinet, als ob wir den Saamen füglich können
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Ein Mittel zwischen Geist und zwischen Cörpern nennen.
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Er scheinet eigentlich
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Der Pflantzen Absicht blos allein,
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Und zwar zu diesem Zweck, zu seyn;
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Damit sie selbst, durch ihre Kinder, sich
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Erhalten, und zu GOttes Ehren,
248
Biß an der Erden Ende währen.
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Selbst in der Wurtzel steckt die Kraft,
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Nicht nur der Pflantzen Nahrung-Saft,
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Nein, auch den Saft des Saamens und der Blühte,
252
Bewunders-würdig zu bereiten.
253
Unftreitiger Beweiß von dessen Weisheit, Güte,
254
Und Allmacht, welcher alles macht,
255
Erhält und es aus Nichts hervorgebracht.
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So viel wir äusserlich am Saamen sehen,
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So scheint sein Cörper zu bestehen,
258
Aus einer Schalen, einer Haut,
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Wobey man noch ein fleischicht Wesen,
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Und endlich ein klein Pfläntzlein schaut:
261
So daß es scheint, als wenn mit einem Ey
262
Er füglich zu vergleichen sey.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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