David Dargatz und Maria Vogler

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Simon Dach: David Dargatz und Maria Vogler (1632)

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Es stünde mit der Erden
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Wann lieben solte werden
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Von Menschen abgethan,
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Alß wann der Sonnen wagen
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Dem leuchten wolt' entsagen
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Auff seiner Himmels Bahn.

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Denn ist auch zu ermessen,
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Was täglich wird gefressen
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Für Volk durch Krieg vnd Schwerd,
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Vnd was hievor noch blieben,
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Muß sonst wie Rauch verstieben,
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Durch Pest vnd Brand verheert.

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Man fehrt in grossen Scharen
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Nach so viel Tausent Jahren
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Noch durch des Charons Meer,
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Doch sind da keine Wellen,
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Die einen nur zur stellen
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Hie brächten wieder her.

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Die Sonne geht zwar nieder,
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Kömpt aber täglich wieder,
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Der Wald lest seine Pracht,
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Doch wird er wieder gläntzen,
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So bald im frischen Lentzen
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Die Sonn' Ihn angelacht.

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Hat sich der Mond verlohren,
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Wird wieder doch gebohren,
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Das Meer leufft ab vnd zu,
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Der aber kömpt nicht wieder,
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Der sich nur einmahl nieder
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Legt zu der langen Ruh.

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Die Welt wer' vntergangen
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Da sie kaum angefangen
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In Ihrer Kindheit schon,
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Daß aber sie noch lebet,
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Auch noch zu leben strebet,
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Das ist der Liebe thun.

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Die Lieb' allein kan machen
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Was nur von schönen Sachen
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Wird jrgends angeschawt,
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Durch sie hat müssen werden
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Das Fewr, Lufft, Wasser, Erden,
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Der Himmel auch erbawt.

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Daß sich ein Wald verjünget,
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Daß hie ein Vogel singet,
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Das dort wird Wild gespürt,
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Daß Bäume Früchte hegen,
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Das Graß wächst nach dem Regen,
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Von Liebe solches rührt.

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Wann alles dieß zusammen
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Durch Hitz' vnd Macht der Flammen
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Wird werden Rauch vnd Wind,
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Wird doch die Liebe stehen,
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Vnnd ewig nicht vergehen,
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Weil sie Gott selbst entzündt.

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Er wird durch sie getrieben
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Die ewiglich zu lieben,
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So er Ihm hat erwehlt,
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Eh alß die Welt gegründet
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Mit allem was man findet,
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Eh alß man Stunden zehlt'.

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Alßdann wird man erkennen,
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Was wir nur Träwm' jtzt nennen,
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Wie sehr er vns geliebt,
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Wie er sich vns verbunden,
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Wann er durch seine Wunden
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Vns Ihm selbst wiedergiebt:

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Was sey vom Himmel steigen,
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Sich vor dem Menschen neigen
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Den er selbst hat gemacht,
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Was sey Frost, Hitz' erleiden,
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Durst, Hunger, Schmach vnd neiden,
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Von Sündern seyn verlacht.

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Demnach, der sich ergeben
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Im Liebes Joch zu leben,
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Der irret gäntzlich nicht,
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Wann er sich nur nicht mühet,
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Am Joch der Vnzucht ziehet,
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Die ausser dieser Pflicht.

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Die böse Lust verschwindet,
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An Ihre stat sich findet
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Leid, Seelenweh' vnd Schand',
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Ein Ehlich Leben bleibet,
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Leid, Trawrigkeit vertreibet,
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Bringt gut Gerücht' im Land'.

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Ihr werdet besser wissen
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Was der hat zu geniessen,
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Herr Bräutgam, der so lebt,
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Wenn Ihr in diesem Stande
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Der Liebe keuschem Bande
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Ewr Leben erst anhebt.

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Ich acht' halb derer Leben,
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Die sich nicht weiter geben,
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Vnnd müssen so davon,
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Der seinen guten Nahmen
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Hin erbt auff seinen Saamen,
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Der lebt vnd stürb' er schon.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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