Jetzt kompt die schöne Zeit, da man wird können finden

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Simon Dach: Jetzt kompt die schöne Zeit, da man wird können finden Titel entspricht 1. Vers(1632)

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Jetzt kompt die schöne Zeit, da man wird können finden,
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Wo nur Gestreuche steht, im Wald' vnd in den Gründen,
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Auch wo man sonst nur kompt, daß was man jetzt schon hat
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Da draußen auff dem Land vnd bey vns in der Stadt.
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Es ist jn etwas Rund, nicht groß, man mag es gleichen
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Des Glückes Wanckelmuth, kein Mahler mag erreichen
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Die Schönheit, so es hat, auch gleicht es einem Faß',
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Jedoch geschickt vnd rund, vnd bricht bald wie ein Glaß.
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Es sieht alß wer es todt; dadoch, nach dem die Wärme
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Recht es vmbschlossen hat, bekömpt es sein Gedärme,
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Sein Leben allgemach, vnd einen solchen Geist,
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Der nachmahls singt vnd schreyt, vnd ohn auffhören preist
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Den der ihn hat gemacht. Man pflegt es zu vergönnen
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Am meisten diesen nur, die nicht fast buhlen können
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Vnd Vnwerth worden seyn, weil es die Geister regt,
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Vnd macht, das mancher gern der Keuschen Liebe pflegt.
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Auch bringt es sonsten vns, was wir verlohren, wieder,
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Ertheilt ein schön Geblüt dem Leib' in alle Glieder,
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Dadurch empfinden wir wie newe LebensKrafft,
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Vnd was sonst dieses Ding für tausent Nutzen schafft.
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Nun zweiffelt mir gantz nicht, jhr habt es schon errahten,
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Herr Bräutgam, doch wo nicht, so kommet euch zu statten
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Ewr Nahm' vnd giebt euch Krafft des ersten lauts bericht:
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Wie dieses Ding so schön wie rund, wie bald es bricht.
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Dafern' ihr Jungfraw Braut, es auch nicht könt ergründen,
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So sollt ihr gleichfallß dieß in ewrem Nahmen finden,
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Nembt diesen Buchstab ab, der nur von Klagen sagt,
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So habt jhr deß so viel, alß jmmer euch verhagt.
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Ihr geht dem Bräutgam vor, dieweil er eins nur führet,
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Ewr Nahm' euch aber des vnzehlig viel gebühret,
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Vieleicht dieweil jhr wolt jhm' allzeit gehen für
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An reicher Fruchtbarkeit, des Ehstands besten Zier.
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Daferne nur die Lieb' an runde dem wird gleichen
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Was jhr errahten habt, vnd keins dem andern weichen
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An höchster Freundligkeit, so wird in grosser Zahl
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Der Segen vmb euch seyn, erfrewen vberall.
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Mich dünckt, ich sehe schon, wie euch auch an Geberden
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Vnd grosser Hoffligkeit, recht werden ehnlich werden
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Die, so ewr Keusches thun, nach vmbgang seiner Zeit
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In grosser menge giebt, des Tisches Lust vnd Frewd.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Simon Dach
(16051659)

* 29.07.1605 in Klaipėda, † 15.04.1659 in Königsberg

männlich, geb. Dach

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter der Barockzeit

(Aus: Wikidata.org)

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