J rdisches V ergnügen in GOTT . F ünfter T heil

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Barthold Heinrich Brockes: J rdisches V ergnügen in GOTT . F ünfter T heil (1736)

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Mich deucht, als ob ich sie,
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In schwartzer Luft, die blos durch Schnee-Gestöber grau,
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Auf tausend Art bereits beschäftigt schau;
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Wie sie, mit starrer Hand, und mit verwegner Müh,
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Sich, zwischen Eis-Gebirg-und abgerissnen Schollen,
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Die krachend überall in strengen Strudeln rollen,
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Mit mehr als tödtlicher Gefahr, begeben,
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Und, in entstandnem Sturm, bey Rasen, Wüten, Sau-
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sen
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Der Winde, beym Gebrüll, Geknirsch, Geheul und
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Brausen
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Der Wellen, zwischen Meer- und Wasser-Wundern
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schweben.
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Geliebter Leser! laß uns nun,
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Dem Schreck-Bild’, unserm Stand entgegen setzen:
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Du kannst in Sicherheit auf deinem Bette ruhn,
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Du kannst in Feld’ und Wald’ auf Blumen dich ergetzen,
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Du kannst, in warmer Luft, wenn laue Winde wehn,
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Auf einem sichern Boden gehn.
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Ach, laß uns dieses denn doch vor ein Glücke schätzen!
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Ach laß uns oft den Unterscheid besehn,
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Und in Erkänntlichkeit, des Schöpfers Huld erhöhn!
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Indessen wünschen wir den Arbeit-seel’gen Leuten,
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Auf ihrer schlüpfrichen, beschwerlich-rauhen Bahn,
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Zu ihrer Reise Glück von gantzen Hertzen an,
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Daß sie, was sie gesucht, in Ueberfluß erbeuten!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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