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Nunmehr erzähle mir, du grosse Dichterin!
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Die du dis alles weist, der frommen Dichter Namen,
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Die ich damals gehört, als ich sie kommen sah:
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Weil doch nicht wenige fast unbekandt geworden.
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Ja stimme mir zugleich mit deiner eignen Hand
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Mein irdisch Säyten-Spiel, so ich mit Lorbern kröne,
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Daß ich dein hohes Lied mit einem edlen Ton,
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Der dessen würdig sey, den Menschen wiederhole.
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Sprich, wer erschien zuerst? Des Amrams grosser Sohn,
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Er sang von Gottes Macht einst an dem rothen Meere,
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Als Wagen, Roß und Mann um Schilf und Ufer schwam,
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Und Mirjam an dem Reihn die Paucken ließ erschallen.
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Drauf folgte Jessens Sohn, der stets auch in der Noth
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Die Harfe in der Hand und Gott im Hertzen führte.
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Er blieb im Klagen auch doch immer ein Poet.
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Er war der frömste Mann doch auch der gröste Dichter.
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Sein Assaph, der vor dem am rauchenden Altar
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Von Gottes Ruhm gespielt, ging bey ihm an der Seiten,
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Und Salomon, dem Gott im Traum die Weisheit gab,
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Die auf des Vaters Thron zugleich mit ihm gesessen.
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Er als der Weiseste hat mit dem Hirtenstab
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Den Zepter oft vertauscht und sang, o Sulamith!
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Von dir und deinem Freund im Thale bey den Heerden.
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Lutherus kam nunmehr der David unsrer Zeit.
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Die Lieder schallen noch in unsern Tempeln wieder,
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Die er voll Feuer sang. Die Hure zitterte,
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Die Hölle bebte selbst; wenn er auf seinen Gott
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Die feste Burg getrotzt. Mit majestätschen Schritten
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Trat Milton nun einher. Er hat die Poesie
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Vom heydnischen Parnaß ins Paradies geführet:
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Bey ihm ging Vida her, der Jesu blutgen Sieg
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Durch seine Laut erhob; nach dem betrat die Schwellen
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Der edle Sannazar, der mit der Flöten sich
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Zur Wiege hingesetzt, worin der Heyland ruhte,
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Nachdem er an der See die Hirten stehen ließ,
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Wo sie sein kühner Mund die neuen Lieder lehrte.
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Sedulius kam nun nebst dem Prudentius,
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Der euch, ihr Märtyrer! mit frommen Palmen krönte;
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Marin trat nun hinein, der uns den Kindermord
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So kläglich schön beschrieb, und seine geile Zither
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Im sterben noch betränt, der Glut geopfert hat.
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Der die Geburt der Welt gesehen und besungen,
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Sallust erschien nachdem. Und Opitz folgte ihnen,
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Der bey der Krippen dich, du süsses Kind, gepriesen;
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Und Flemming, der vor dem in einem öden Ort
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An einem stillen Bach das Heyl der Welt beklagte.
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Der matte Hiacynth, die flüchtige Narcisse
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Ging an der Fluth gebückt. Der hohe Dach erschien
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Und trägt stat Lorbern nun geweihte Palmenäste.
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Der Francke, dessen Kiel Susannens Keuschheit prieß,
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Kam nebst dem Gerhard, Grieph und Risten hergegangen,
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Es folgten andre noch. Allein die Dichtkunst winckt,
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Sie stieg auf ihren Thron. Drauf schlossen sie die Dichter
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In ihre Mitten ein. Sie sang, ein jeder schwieg,
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Und hörte aufmercksam ihr himmlisch Lied erklingen:
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Ihr Söhn! in deren Geist mein himmlisch Feuer herscht,
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Verlaßt die eitle Bahn, verlaßt den Weg der Sünder.
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Ihr meine Priester! lehrt der Knaben zarten Mund
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Ein neu und hohes Lied nebst keuschen Töchtern singen.
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Lehrt das gemeine Volck des ewgen Vaters Ruhm,
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Daß der geweihte Bau von seinen Thaten schalle.
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Doch laßt es nicht dabey, daß ihr viel Worte nur
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Bloß unter das Gesetz des Sylbenmasses zwinget,
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Und manche Redensart, die etwa biblisch klingt,
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Noch durch die klappernden und schweren Reime fesselt.
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Nein es ist nicht genug ein frommer Mann zu seyn,
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Es muß ein Dichter seyn, der sich ans Dichten waget.
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Ich tadle nicht, daß ihr dem Höchsten singen wolt.
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Ich tadle nur, daß ihr wolt andre singen lehren.
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Wacht nicht in eurer Brust ein himmlisch hoher Geist,
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Und hört man euren Mund nicht schön und prächtig tönen,
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Ja ist das Hertz nicht rein, und voll von Gottes Geist;
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So tragt ihr unverdient der frommen Dichter Namen.
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Euch ziert er nur mit Recht, euch, denen die Natur
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Durch diesen seltnen Schatz den edlen Sinn bereichert.
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Ihr aber folget stets des hohen Davids Spur,
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Der sich aus tieffer Noth bis in den Himmel schwinget,
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Des Lied mit heiliger, doch eigner Unordnung
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Pflegt aus dem Jammerton in Gottes Lob zu fallen.
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Lernt diese Kunst von ihm; doch betet, eh ihr singt,
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Und singt, wie er nur bloß von jener Glut entflammet.
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Wer mit dem Geist, der erst ein Quodlibet gereimt,
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Auch Lieder dichten will, und, wenn ihn noch zum Himmel
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Ein Reim am Ende fehlt, den Todt zum Schimmel macht,
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Der spottet nur damit. Doch der im Himmel donnert
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Straft frecher Spötter Haupt. Wie! meint ihr denn, daß er
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Erst eures Lobes braucht, er, dessen Hand die Kreise
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Der ungemeßnen Welt zu seinen Ruhm gebaut.
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Und dessen Ehre hier ein jedes Werck erhebet.
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Die Gräsgen, welche früh der junge Tag benezt,
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Sind Zeugen seiner Macht. Es rauschen alle Blätter
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Des Waldes ihm zum Ruhm, wovon das Federheer
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In ihren grünen Sitz auf tausend Weisen singet.
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Die goldne Sonne ist sein Herold, wie der Mond.
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Die Sterne preisen ihn. Es jauchzen alle Himmel.
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Und ich und wer mir folgt, muß mit der Gottes Furcht
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Bey seinem Altar stets mit Ruhmgesängen wachen.
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Eh noch sein Wort die Welt aus Chaos Tyranney
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Aus finstern Wassern riß, eh noch die Bäume grünten,
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Eh noch ein Sterblicher bey Quell und Flüssen sang,
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War meine heilge Kunst in den beflamten Schlössern
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Den Söhnen jenes Lichts des Himmels schon bekant.
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Der Vater sahe selbst von seinem hellen Sitze.
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Als ich sie aufgeführt, da sie mit ihrem Spiel
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Und tiefen Beugungen bekräntzt vorüber zogen,
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Da ihr gestreckter Zug, der nicht zu übersehn,
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Von seiner Herrlichkeit und Macht und Weisheit tönte.
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Der Himmel lachte selbst, es schallte ihr Gesang
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Durch alle Gegenden der selgen Felder wieder.
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Ich zog nach jener Schlacht dem grossen Siegesheld
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Auf der bepalmten Bahn voll Jauchzen mit entgegen,
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Da er nach Satans Sturtz die Fahne umgewand,
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Und rief: Triumph! Triumph! an seinen Siegeswagen.
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Und o beglückter Geist, den auf der Welt sein Trieb
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Schon zu den Sternen reißt, wo er den Herrn der Himmel,
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Der selbst sein singen hört, in hellem Lichte sieht.
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Allein versuchet erst die Kräfte eurer Flügel,
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Eh ihr euch alzu kühn aus euren Zirkeln wagt.
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Sind Berge euch zu hoch, so bleibet in den Thälern.
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Gott hört auch in der Höh, was ihr in Gründen singt.
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Doch schliesset allesamt die himmlischen Gedanken
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In lieblich klingende gemeßne Sätze ein,
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Und schmücket sie zugleich mit wohlgewählten Blumen,
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Die Andacht flieht ja selbst so reine Zierde nicht:
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Der Heilge wohnet auch in ausgeschmückten Tempeln.
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Ja ich erlaub es euch, entreißt mit kluger Hand
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Den Dichtern Griechenlands und Latiens ihr Gutes;
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Doch eh ihr es dem Herrn auf seinem Altar legt;
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So heiligt erst den Raub; damit kein Götzenopfer
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Sein Heiligthum entweiht. Vermischt die Engel doch
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Nicht mit den Furien. Setzt die verdamte Götzen
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Nicht in des Höchsten Sitz. Ich weiß du wirst dis stets,
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Mein werther Lange, fliehn. So stimme deine Laute;
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Jedoch laß allezeit, so oft du singst und spielst
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Den Vater und den Herrn der Engel und der Menschen
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Den gantzen Inhalt seyn. Drauf ruft sie ihn zum Thron,
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Und hier bedeckten ihm die drey vertrauten Schwestern
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Die Gottesfurcht, Natur und Anmuth alsobald
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Die Schultern und sein Haupt mit einem weissen Schleyer,
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Den dieses Kleeblat selbst mit eigner Hand gewebt.
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Sie stieg herab und bog den Krantz um seine Scheitel,
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Und sprach: ich weihe dich hiermit zum Priester ein.
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Darauf bestreuet ihn der gantze Kreiß mit Blumen,
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Und spielt zugleich mit ihm ein Lied im höhern Chor.
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So fahre weiter fort, laß deine Laute nicht,
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Da du die Bibel nimst, verstimmt und staubig liegen;
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Nein sondern, wenn dein Fuß den Lehrerstuhl verläßt;
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So steig mit deinem Spiel auf deines Gartens Hügel,
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Wo deine Doris sich denn zu dir setzen wird,
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Und, so wie ich manchmal, in deine Seiten singen.
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O! glücklich! Wer also dem Höchsten spielen kan.
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Was wünscht ein Dichter mehr? Nichts, als ein wenig Acker,
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Wobey ein klarer Quell in einem Garten rauscht,
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Und einen Wald dabey. Hier solte meine Leyer
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Stets mein Gefehrte seyn. Hier wolte ich vergnügt
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In grüner Still auch wohl von Mann und Waffen spielen.
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Hier solte endlich mich des Lebens blasser Feind
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Mit seinem kalten Arm im singen noch umschliessen.