Droben ist Tee, droben ist Ball

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Franz von Dingelstedt: Droben ist Tee, droben ist Ball Titel entspricht 1. Vers(1847)

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Droben ist Tee, droben ist Ball,
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Gesellschaft, Spiel und Tanz.
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Ei, über die schmucken Männlein all',
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Über den Lichterglanz!

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Hier unten, wo die Kutschen stehn,
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Harr' ich auch einen Augenblick;
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Will nach den hellen Fenstern sehn
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Und lauschen auf die Musik.

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Nur dann und wann ein grober Klang
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Vom Brummbaß trifft mein Ohr,
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An den Gardinen ellenlang
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Tauchen Schatten empor.

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Drehen sich, bücken sich, schneuzen sich,
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Flistern und trippeln, Paar für Paar,
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Nippen am Gläschen jüngferlich,
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Gähnen und wühlen sich wild im Haar.

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Das ist mir auch ein rares Pläsier,
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Ganz nach meinem Geschmack;
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Nein, da lob' ich mein Solo mir,
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Mein Bier und meinen Tabak.

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Trät' ich in diesem Rockelor
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So plötzlich in den Saal hinein,
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In der Hand Laterne, Spieß und Rohr,
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Unter die Schatten mitten drein,

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Weiße Flocken auf meinem Hut,
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Den Bart voll Reif und Frost,
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Die braune Wange in frischer Glut,
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Die Glieder steif vom Ost:

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Sie hielten es für 'nen Mummenschanz,
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Mich für ein Gespenst der Nacht,
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Und ich wette, der jungen Fante Tanz
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Zerstöbe, fürsichtig-sacht.

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Es ist in der Welt nach meinem Sinn
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Ein närrischer Schabernack ...
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Ob ich gerad' so ein Mensch wohl bin,
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Wie das feine, vornehme Pack?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Franz von Dingelstedt
(18141881)

* 30.06.1814 in Halsdorf (Wohratal), † 15.05.1881 in Wien

männlich, geb. von Dingelstedt

deutscher Dichter, Journalist und Theaterintendant

(Aus: Wikidata.org)

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