5.

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Franz von Dingelstedt: 5. (1847)

1
Die Schildwacht schreitet auf und ab
2
Und pfeift sich ein Liedel unermüdlich.
3
Hier ist das Gefängnis, schwarz wie ein Grab,
4
Aber nicht so still, so friedlich.

5
Es rasselt hinter den Gittern schwer
6
Von eisernen Ketten und Bändern,
7
Stöhnen und Ächzen zieht hin und her
8
Und verhallt an den steinernen Ständern.

9
In jene Stangen packt eine Faust,
10
Der mag's noch nicht lange gewohnt sein!
11
Wie das wilde Gelock im Winde saust,
12
Wie die Augen blitzen im Mondschein!

13
Herunter, Bursche! Sonst schrei' ich wach
14
Den Schließer und seine Genossen,
15
Dann wirst Du an Dein dunkles Gemach
16
Noch zärtlicher angeschlossen.

17
Fort, strecke Dich in Dein warmes Stroh,
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Versuch's wie die andren zu schlafen,
19
Was grinsest Du, was murrst Du so,
20
Bist Du mehr, als die anderen Sklaven?

21
»nicht besser, nicht schlechter als jene sind,
22
Ein Verbrecher nach Euerer Sitte,
23
Denke nur eben an Weib und Kind
24
Und an meines Vater Hütte.

25
Und streck' ich mich auf mein faules Stroh,
26
Dann von meinen Äckern träum' ich,
27
Die wogten von Halmen und Ähren so,
28
Die waren so luftig, so räumig.

29
Nun lieg' ich vielleicht auf meiner Saat,
30
Die ein anderer ausgedroschen« ...
31
Still, Kamerad! da kommt der Soldat,
32
Und meine Latern' ist erloschen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Franz von Dingelstedt
(18141881)

* 30.06.1814 in Halsdorf (Wohratal), † 15.05.1881 in Wien

männlich, geb. von Dingelstedt

deutscher Dichter, Journalist und Theaterintendant

(Aus: Wikidata.org)

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