1.

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Franz von Dingelstedt: 1. (1847)

1
Weib, gib mir Deckel, Spieß und Mantel,
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Der Dienst geht los, ich muß hinaus.
3
Noch einen Schluck ... Adies Mariandel!
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Ich hüt' die Stadt, hüt' du das Haus!
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Nun schrei' ich wieder wie besessen,
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Was sie nicht zu verstehen wagen
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Und was sie alle Tag vergessen:

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Schnarcht ruhig fort in Euren Nestern
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Und habt auf mein Gekreisch nicht acht!
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Die Welt ist akkurat wie gestern,
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Die Nacht so schwarz wie alle Nacht.
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Auch welche Zeit, will Niemand wissen,
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's gibt keine Zeit in unsren Tagen,
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Duckt Euch nur in die warmen Kissen,

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Laß keiner sich im Schlaf berücken
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Vom (vulgo Zeitgeist) Antichrist,
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Und sollte wen ein Älplein drücken,
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Dankt Gott, daß es nichts Ärgres ist.
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Das Murren, Meistern, Zerrn und Zanken,
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Das Träumen tut es freilich nicht,
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Drum schluckt sie runter, die Gedanken,

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Auch wackelt nicht im bösen Willen
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An Eurem Bett und räkelt nicht,
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Die Zipfelmütze zieht im Stillen
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Zufrieden übers Angesicht.
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Der Hund im Stall, der Mann beim Weibe,
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Die Magd beim Knecht, wie Recht und Pflicht,
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So ruht und rührt Euch nicht beileibe,

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Und wann die Nacht, wie alle Nächte,
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Vollendet hat den trägen Lauf,
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Dann steigt, doch stets zuerst das rechte
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Bein aus den Federn, sittsam auf!
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Labt Euch an dem Zichorientranke
34
Und tretet Eure Mühlen gern,
35
Freut Euch des Lebens voller Danke

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Franz von Dingelstedt
(18141881)

* 30.06.1814 in Halsdorf (Wohratal), † 15.05.1881 in Wien

männlich, geb. von Dingelstedt

deutscher Dichter, Journalist und Theaterintendant

(Aus: Wikidata.org)

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