9. Winterlied

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Johann Gaudenz von Salis-Seewis: 9. Winterlied (1785)

1
Das Feld ist weiß, so blank und rein,
2
Vergoldet von der Sonne Schein,
3
Die blaue Luft ist stille;
4
Hell wie Kristall
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Blinkt überall
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Der Fluren Silberhülle.

7
Der Lichtstrahl spaltet sich im Eis,
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Er flimmert blau und rot und weiß
9
Und wechselt seine Farbe.
10
Aus Schnee heraus
11
Ragt, nackt und kraus,
12
Des Dorngebüsches Garbe.

13
Von Reifenduft befiedert sind
14
Die Zweige rings, die sanfte Wind'
15
Im Sonnenstrahl bewegen.
16
Dort stäubt vom Baum
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Der Flocken Flaum
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Wie leichter Blütenregen.

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Tief sinkt der braune Tannenast
20
Und drohet mit des Schnees Last
21
Den Wandrer zu beschütten;
22
Vom Frost der Nacht
23
Gehärtet, kracht
24
Der Weg von seinen Tritten.

25
Das Bächlein schleicht, von Eis geengt;
26
Voll lauter blauer Zacken hängt
27
Das Dach; es stockt die Quelle;
28
Im Sturze harrt,
29
Zu Glas erstarrt,
30
Des Wasserfalles Welle.

31
Die blaue Meise piepet laut;
32
Der muntre Sperling pickt vertraut
33
Die Körner vor der Scheune.
34
Der Zeisig hüpft
35
Vergnügt und schlüpft
36
Durch blätterlose Haine.

37
Wohlan! auf festgediegner Bahn
38
Klimm' ich den Hügel schnell hinan
39
Und blicke froh ins Weite,
40
Und preise den,
41
Der rings so schön
42
Die Silberflocken streute.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gaudenz von Salis-Seewis
(17621834)

* 26.12.1762 in Schloss Bothmar, † 29.01.1834 in Schloss Bothmar

männlich, geb. Salis

Schweizer Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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