62. Wo is dal Fü'r?

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Fritz Reuter: 62. Wo is dal Fü'r? (1842)

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Wer in Demmin sünst hett verkihrt,
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De kihrte dunn bi Böckel an;
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Wer in »Stadt London« nu logiert,
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Logiert bi Buck, so heit de Mann.
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Dat is de Lop so in de Welt,
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Un wenn't di just ok nich geföllt,
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Dat helpt di nich, du möst mit ran:
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Is hüt din Utseihn jung un smuck,
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Büst morgen du en ollen Mann;
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Wat »Küken« heit, dat ward 'ne Kluck;
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Un ut en Böckel ward en Buck.
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Un sünd wi nu ok olle Lüd',
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So denk wi girn noch an de Tid,
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Wo sei uns tellten tau de Jungen
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Un wi as Häuken rümmer sprungen.
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Un hellsch fidel un häglich was't,
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As Böckel Wirt un Piter Gast;
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So as de Gast was, was de Wirt.
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Dunn würd mit Narenkappen lüdt,
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De Esel bi den Start upschirrt;
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Sin'n Nar'n hett jeder Zucker gewen
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Un Düwels-Jux un -Ulk bedrewen;
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Dunn würd in männig lustig Nacht
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De Sorg' tau'r Husdör rute lacht.
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Doch hett de Sak mal gruglich en'nt,
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As Piter rep: »Kreuz Element!
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Herr Böckel, rut! Ehr Hus, dat brennt.«

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Doch de Geschicht will ick vertellen.
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Eins seten lustige Gesellen
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Bi Win in de »Stadt London« wedder.
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Herr Böckel, de gung up un nedder
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Un ded so recht vergnäuglich sin,
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Sin Wirtshus was bet baben vull.
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Dunn klingelt buten dat verdull,
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Un Piter Krohn, de kümmt herin
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Un makt denn glik en groten Larm.
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»kellnär, en Zimmer gleich! Un warm!
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Was gibt's zu essen? Karte her! –
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Kalbsbraten, Beefsteaks, Ribbespeer –
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Mir Beefsteak, Eier drauf geschlagen!
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Doch erst en Kognak für den Magen!«
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»je«, seggt nu Böckel »'s tut mir leid,
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Die Zimmer sind besetzt für heut;
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Ich habe leider kein Quartier.«
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»was? Hier kein Zimmer mehr für mir?«
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»herr Krohn, bedaur', ich kann nicht dienen,
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Hab kein apartes mehr for Ihnen.
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Indessen doch – en Ausweg weiß ich,
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Auf Nummero dreihundertdreiunddreißig
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Logiert aus Gladbach ein Herr Joseph Timm.«
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Un flustert em nu tau mit lise Stimm:
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»taum irstenmal, is noch so'n Gräunen,
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Wenn Sie mit dem sich könnten einen,
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Dann ließ die Sach sich arrangieren,
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Sie könnten dann bei
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Na, Piter Krohn, de söcht sick dissen
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Un drinkt tausam mit Josep Timmen
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'ne Buddel Spon von Josep Nissen
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Un ward em för den Anslag stimmen.
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»je«, seggt hei denn, »mein lieber Timm,
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Ein Umstand ist dabei nur schlimm:
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Nachtwandeln, könn'n Sie dat verdragen?«
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»je, ich ...« – »Nein, Freundchen, still! Ich weiß,
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Was Sie mir alles können sagen –
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Nein, nein! So wahr ich Piter heiß,
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Ich habe keinen noch geschlagen,
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Keinen gewürgt, das G'nick ihm umgedreht
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Und mich in der Fatalität
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Nur höchst gemütlich stets betragen.
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Und sollt es leider heut gescheh'n,
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Daß Sie mich schlafend wandeln sehn,
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So rufen Sie nur: 'Piter Krohn!',
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So wie Sie rufen, wach ich schon.«
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Na, Josep Timm seggt: »Schön!« un geiht tau Bedd,
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Doch unse leiwe Piter hett
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Sick noch 'ne lange Tid mit ein'n gewissen
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Herrn von Laros' un von Lafitt',
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Mit de hei girn tausamen sitt,
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Vel Schön's vertellt von Josep Nissen.
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Un as den Stoff hei gründlich hett verhandelt
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Nimmt hei sin Licht, steiht up un wandelt
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Mit sihr verquere Beinphilosophie
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De Trepp herup nah sin Logis.
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Still rauht dor Josep Timm, un Piter Krohn
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Pöllt sick ut sin Kledasch' herut,
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Dunn hürt hei buten so'n Ton,
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So'n Larmen ward't un so'n Gelut!
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Hei makt dat Finster up un kickt heraf,
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Dunn rönnt vörbi in vullen Draf
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En oll Nachtwächter un schriggt: »Fü'r!«
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Un Piter fröggt, wo't Füer wir?
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Ob in de Stadt, ob mang de Schünen?
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»ne«, röppt de Kirl, »das brennt bei Ihnen!«
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Na, Piter nu, de prallt taurügg,
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Grippt irst nah sinen Prauwenkasten –
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»ne, ne! De hett noch Tid!
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Ne, irst de Hos'! Ne, nich! De nahsten!
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Irst Josep Timm, de künn verbrennen!«
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Un ward an't Bedd heranner rönnen
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Un kriggt em packt bi Hor un Fell
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Un springt in'n Hemden vör em rüm.
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»heraus! Heraus! Herr Joseph Timm!
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Es brennt bei uns, hier im Hotel!«
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De springt ut Pitern sine Hän'n
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Nu pil tau Höcht un hell tau En'n
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Un denkt, uns' Piter wandelt Nacht,
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Un röppt: »Herr Krohn, Herr Piter! Aufgewacht!
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Sie sagten doch, Sie hätten keinen
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Gewürgt und keinen umgebracht,
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Warum denn mir? Herr Piter, mir?
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Herr Jes! Nu rennt er aus der Tür!«
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Un Josep Timm
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Nu achter drin!
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»ei Gott, Herr Jes im Himmelsthron,
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Herr Piter, Piter, Piter Krohn!«
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Je, hett sick wat tau Pitern un tau Krohnen!
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Uns' Piter rönnt in'n Hemden blank
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Mit »Fü'r! Fü'r!« den Gang entlang
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Un ward nich Bein un Lungen schonen.
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Un ut de Timmern links un rechts
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Im tweiten un im drüdden Stock
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Stört't all'ns in Hos' un Unnerrock,
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Wat männlichen un weiblichen Geschlechts.
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Un't ward dor in den halben Düstern
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So'n Rönnen, Lopen un Verbistern.
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Herr Kreihenbom up Holtenhagen
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Ward nah sin Döchter schri'n un fragen.
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En Kopmann söcht sin leiwes Wiw.
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De hett in Angst den Arm üm't Liw
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Von einen jungen Leutnant slagen,
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Halw dod bi dese Schreckenspost,
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Un rauht an sine Heldenbost.
133
De beiden lütten Kreihenböhmings,
134
De heww'n sick richtig so'n por Strömings
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Ut ehr Bekanntschaft rute gabelt
136
Un liggen bleik ehr in den Arm.
137
Madam Perdöhl hett in den Larm
138
En Judenjungen rute kabelt
139
Un liggt mit ehr twölw Stein Gewicht
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Den armen Mauses fast taunicht,
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Un bi ehr steiht ehr Nahwer Smidt
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Un strakt un deiht un tröst't un gütt
143
Ehr sin Waschbecken in't Gesicht
144
Un döpt den Judenjungen mit,
145
Un Piter steiht in den Krawall
146
Un schriggt, as wenn hei hängen sall,
147
Noch ümmer: »Fü'r! Dat brennt! Dat brennt!«
148
Un Josep Timm hett bi dat End
149
Von't Hemd em packt un treckt un lacht:
150
»'s ist all' nicht wahr! 's ist all' nicht wahr!
151
Herr Piter träumt nur von Gefahr,
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Herr Piter Krohn, der wandelt Nacht.«
153
Un de Verwirrung würd so grot
154
As bi den Babylonschen Torm,
155
Doch wir s' wohrschinlich gröter word'n,
156
Wir Krinolin dunn all in Mod'.
157
Na, endlich kümmt denn von't Parterr'
158
Von dat Hotel herup de Herr,
159
Herr Böckel, hellisch in Verdruß,
160
In puris naturalibus,
161
Dörch Hemd un Nachtmütz swack versteken.
162
»wer?« ward hei sihr in Arger spreken,
163
»wer hett sick dat hir unnerstahn,
164
Hir baben Füerlarm tau slahn?«
165
»ich«, seggt uns' Piter, »Sie zu dienen!
166
Mir hat's der Wächter selbst gesagt.
167
Herr Böckel, Herr! Es brennt bei Ihnen!«
168
De Larm ward gröter nu dor buten,
169
Dor ward mit Sprütten rümmer jagt,
170
De Klocken gahn, de Wächters tuten.
171
»ja, Füer is hir tau Demmin!
172
Herr Je, wo mag dat Füer sin?«
173
»bei Ihnen!« röppt uns' Piter wedder.
174
Nu geiht dat denn Trepp up, Trepp nedder,
175
Nu ward in'n Hus' herümmer tüffelt,
176
Nah Brand un Damp un Rok rüm snüffelt
177
Von unn'n bet baben, vörn un hinnen,
178
Je, Fü'r is nahrends nich tau finnen!
179
Dunn föllt dat Herren Böckel in,
180
Den Wächter sülwst mal tau befragen.
181
Hei geiht herut, kümmt wedder rin.
182
»herr Krohn, Sie mag der Deuwel plagen,
183
Uns solchen Schreck hier einzujagen!
184
Was kümmern Ihnen ungelegte Eier?
185
Beim Kaufmann
186
»je, das«, seggt Piter nu, »das wußte
187
Ich nicht, er sagte ja 'bei Ihnen',
188
Womit er Ihnen meinen mußte;
189
Wie konnte ich das anders wissen?«
190
»ach, still! Mein Herr, ich sah's, Sie schienen
191
Mir gestern allzusehr mit Joseph Nissen
192
Zu sein in süßer Harmonie.
193
Gehn Sie zu rechter Zeit zu Bette!
194
Studier'n Sie hübsch Orthographie!
195
Denn wenn der Wächter mich gemeinet hätte,
196
Denn hätt' er nicht gesagt: 'Es brennt bei
197
Er hätt' gesagt: 'Es brennt bei

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Fritz Reuter
(18101874)

* 07.11.1810 in Stavenhagen, † 12.07.1874 in Eisenach

männlich, geb. Reuter

plattdeutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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