10
Na, dit is gaud; uns' olle Pommer,
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De reis't nu würklich nah Berlin
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Un fröggt sick nah den Gastwirt Klähn,
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Dat ward so'n Ort von Mutter-Swester-Dochter-Sähn,
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So'n Ort von Vedder ward dat sin.
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»süh dor! Süh dor! – Gu'n Dag ok, Hans!«
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»gu'n Dag ok, Fritz! – Du weißt, Jehann,
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De steiht hir bi de Kaiser Franz,
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Un dorüm sprek ick bi di an.
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Kannst du mi hir de Weg' nich wisen?
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Wo is de Slüngel lostauisen?«
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»je, Hans, dat is 'ne slicht Geschicht.
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Em lostauisen, is nich licht.
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Indessen – täuw! Dor föllt mi in,
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Gah man nah dese Stuw herin,
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Dor sitt en Kirl, den möst du ok noch kennen,
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En Landsmann is't tau Frans'borg wir'e
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Un let sick Aktuworjus nennen,
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Weck seggen frilich, hei's en Snider;
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Doch dat's nich wohr, hei hett studiert,
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Is hellschen stark in Schriweri,
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Wenn de för di 'ne Schriwwt utführt,
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Denn is Jehann so gaud as fri.«
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Hans Dämelklas geiht tau den Mann,
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Bringt sin Gewarw ok richtig an,
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Un de studierte Herr, de fröggt
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Nach »dies un das un noch nach was«
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Un seggt tauletzt: »Herr Dämelklas,
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For mich is dies en bloßer Spaß;
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Denn unser jetz'ger Kriegsminister,
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Der nu das Ganze kummandiert,
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Der hat mit mich in Griepswold mal studiert,
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Und ein fideler Knochen ist er
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Und war mal Pommernsenior.
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Und ich, ich sag' Euch gut davor,
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Er wird den Jungen gehen lassen.
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Ich will nur gleich die Schrift abfassen.«
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Un set't sick dal un schriwwt en Breiw.
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Un as hei dormit farig was,
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Dunn seggt hei: »Je, Herr Dämelklas,
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Das Sprüchwort sagt: ›Vor was is was‹,
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Wenn uns die Sache glücken soll,
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Der Exzellenz von Kriegsminister
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So'n gäng' un gäwes Drinkgeld senden,
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Denn hellisch auf die Groschen ist er.«
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»fiw Daler müggt ick woll anwennen.«
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»dat langt ok«, seggt de Herr Avkat.
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Fiw Daler warden in de Dat
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Nu in den Breiw herinner packt
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Un mit fiw Sigeln schön belackt.
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»un ick«, seggt de Avkat, »ick will
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Den Breiw hüt abend noch besorgen.
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Denn wenn't gaud Weder warden süll,
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Hett hei mi seggt, denn reis't hei morgen
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In Kriegsgeschäften äwer Land.«
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So was de Sak denn nu bewandt,
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Un Hans, de fröggt den Herrn Avkaten,
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Wat hei woll kreg för't Breiwaffaten
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Un wat woll sine Kosten sünd.
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»nicks«, seggt de Herr Avkat, hei wir en Minschenfründ.
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Indessen lett hei sick doch marken,
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Dat hei tauglik ok einen starken
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Fründ von den span'schen Bittern wir,
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Paßlich gemengt mit Kirschlakür.
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De Bur, de lett denn wecken kamen,
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Doch durt't nich lang', dunn sackt de Minschenfründ
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Up sinen Staul ganz lütt tausamen
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Un slöppt so sacht as en unmünnig Kind.
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Hans lett em denn tau Bedd nu bringen,
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Dunn föllt em in: vör allen Dingen
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Möt hei jo noch den Breiw besorgen,
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De Kriegsminister reis't jo morgen.
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Na, dat schüht ok. – De Kriegsminister,
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Den Kopp ganz vull Kanonensorgen,
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Vull Achselknöp un Paspallierung
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Un Kondewitenlistenführung,
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De sitt un kratzt sick sinen Kopp
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Un sitt un kratzt un kratzt, as ob
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Sin Hauptgeschäft dat wesen ded,
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Dat för dat ganze Militör
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Den Kopp hüt morgen kratzen müßt'e;
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So kratzt sick de Herr Kriegsminister.
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Dunn bringt em sine Ordonnanz
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Den Dalerbreiw von unsern Hans.
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»was tausend! Was? Fünf Taler
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Hei meint, dat dat en Irrtum wir,
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Denn Lüd', de spelen mit Kanonen,
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De reken blot man nah Millionen.
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Doch ne! – Fiw Daler preußschen K'rant,
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De fallen richtig in sin Hand,
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As hei de Sigel apen breckt.
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Un as den Breiw hei rute treckt,
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Denkst Du noch an den Abschiedsschmaus,
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Bei welchem Du auf blanke Burschenwehr
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Mir Freundschaft schwurst für's Philister,
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Weil ich auf der Mensur, wo du gekniffen,
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Als Sekundant Dir Quarten abgegriffen?
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Damals schloss'st Du Dein Herz mir offen:
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Selbst Deine Liebe zu des Kneipwirts Töchterlein
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Gestandst Du frei und freudig ein,
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Denn Du warst en canon besoffen.
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Willst Du nun, alter jovialer Knochen,
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Mir halten, was Du einst versprochen,
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So mache mir den saufidelen Spaß
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Und gib den Sohn des Bauern Dämelklas –
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Im Kaiser Franz, die vierte Kompagnei –
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Noch heute vom Soldaten frei.
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Zu Dienst und Gegendienst bereit
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Für Zeit und alle Ewigkeit,
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Nu kam en Nam', den keiner lesen kunn,
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Un wider dal as Nahschriwwt stunn:
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»des Kneipwirts Lotte hab' ich jüngst gesehn
128
Und einen Kuß auf ihren Mund gedrückt,
129
Sie denkt an Dich und grüßt Dich schön.
130
Beifolgend Geld der Bauer schickt.
131
Mach dir's dafür mal recht fidel!
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Und nu leb wohl, Du alt, bemoos't Kamel!«
133
De Kriegsminister steiht un kickt,
134
As wenn sin Bumben un Granaten
135
De Düwel all hadd platzen laten
136
Un't summten em de Stücken üm de Uhren.
137
Na, endlich schot hei sülwen los,
138
Un hellschen an tau towen fung'e.
139
»spitzbubenbrief! Betrügerei!
140
Wart! Hab ich dich, Kanaille, bloß!
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Wart! Wart! Ich fasse dich, Halunke!«
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Hei denkt nu an de Polizei,
143
Doch ne! De nich! Denn't föllt em in,
144
Dat de in jeden Quark herin
145
Ehr leiwen Kuckuckseier leggt.
146
»nein, dies krieg ich allein zurecht!«
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Un röppt nu rute: »Ordonnanz! –
148
Beim Regiment des Kaisers Franz
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Steht ein Gemeiner, vierte Kompagnie,
150
Der soll sogleich, lebendig oder tot,
151
Auf mein besonderes Gebot
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Und, Ordonnanz! Halt! Ich vergaß,
154
Der Kerl, der heißet Dämelklas.«
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De Mann, de geiht un finn't Jehannen
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Un slept em ok soglik von dannen
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Un ward em denn nu hellschen ängsten,
158
Sin Lewen hadd woll wohrt am längsten;
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Denn de Minister towt in't Timmer
160
Up eine gruglich Ort herümmer.
161
Jehann kümmt bi'n Minister rin
162
So angst, as einer warden künn.
163
De Kriegsherr fohrt nu up em in:
164
»wo is din Vader!« – Hei was ok en Pommer.
165
»je«, seggt Jehann, »verleden Sommer,
166
Dunn was hei jo noch tau Swensin,
167
Sörredem heww ick nicks von em hürt.«
168
»ne«, seggt de Herr, »hei's tau Berlin
169
Un hett hir schöne Stück upführt,
170
Wo kihrt de Oll hir denn woll an?«
171
»je, Exzellenzen«, seggt Jehann,
172
»wenn wi em jichtens finnen känen,
173
Denn sitt hei woll bi Gastwirt Klähnen,
174
Denn dat's 'ne Fründschaft noch von em.«
175
»na, gaud, denn gah du dor mal hen
176
Un bring' den Oll'n mi glik mal her.«
177
Un as Jehann is ut de Dör,
178
Seggt de Minister tau de Ordonnanz:
179
»und du, mein Sohn, du geh ihm nach
180
Und halte Aug' und Ohren wach,
181
Denn um den dummen Kerl von Bauern
182
Wird wohl so'n Schuft von Schreiber lauern;
183
Und wenn der Vater abgeführt,
184
Dann wird der Schreiber arretiert
185
Und fördersamst hierher spediert.«
186
Jehann, de finn't den Oll'n ok richtig;
187
De Oll, de frühstückt eben düchtig
188
Un springt tau Höcht un freut sick sihr,
189
Dat sin Jehanning fri nu wir,
190
Nu wull hei'n ok glik mit sick nemen.
191
»ih, Vader, redt!« seggt nu Jehann,
193
Ji kohlsurt Jug hir schön wat an;
194
Uns' Kriegsminister Exzellenzen,
195
De ward Jug schön herum fikatzen
196
Un ward Jug nüdlich rümmer stenzen.«
197
Nu schütt dat Blatt denn unsern Hans,
198
Un hei fängt an den Kopp tau kratzen.
199
»wo meinst du dat? Wo so? Wo ans?
200
Dat's von den Breiw, min Sähn Jehann,
201
Doch ick bün dor nich schüllig an,
202
Ick heww em blot fiw Daler gewen,
203
Den Breiw, den hett de anner schrewen.«
204
Jehann, de seggt, mitkamen müßt'e.
205
De Oll, de will nich, makt sick upsternat:
206
Dat schert em nich, hei is jo kein Soldat,
207
Hei fröggt den Deuwel nah den Kriegsminister.
208
Sei ropen endlich Klähnen ranner,
209
De redt sei denn nu utenanner
210
Un seggt tau ehr: »Dat is gewiß,
211
Dat blot de Breiw dor schuld an is;
212
Un de dat Schriwen schrewen hett,
213
De liggt noch ruhig in sin Bedd
214
Un slöppt noch hir up minen Bähn.
215
Wo wir dat nu, Jehann«, seggt Klähn,
216
»wenn wi dat pfiffig dorhen bröchten,
217
Dat de för dinen Vader güll?
218
Wenn wi den Kirl dortau vermüchten,
219
Denn kem de Straf' doch an den Rechten.«
220
»je«, seggt Jehann, »wenn hei man will?«
221
»dat mak ick woll«, seggt Gastwirt Klähn,
222
»un nu man ruppe nah den Bähn!«
232
De Minschenfründ, de tüht
233
Oll Hansen sin Kledaschen an
234
Un is nu Schulten-Vader von Swensin.
235
Hans krüppt in den Avkaten sin
236
Un is nu en studierten Mann,
237
»un nu«, seggt Klähn, »paß up, Jehann,
238
Du möst dor ümmer stiw bi bliwen,
239
Dat dit din richtig Vader is,
240
Un doran höllst du ümmer wiß;
241
Hei schrew den Breiw nich, künn nich schriwen.«
242
Jehann verspreckt dat ok un geiht
243
Mit sinen nigen Vader furt,
244
Un unnen in de Gaststuw steiht
245
De Ordonnanz un kickt un lurt,
246
Ob sei den klauken Herrn Avkaten
247
Nich kann bi dat Slafitken faten.
248
As nu de Vader mit den Sähn
249
Hendalen geiht de Königsstrat,
250
Dunn lacht un seggt de Gastwirt Klähn
251
Tau unsern ollen Dämelklas:
252
»nu kamen S' rinne, Herr Avkat!«
253
Un hägt sick äwer sinen Spaß.
254
Wupp! fohrt denn nu de Ordonnanz
255
Den ollen gauden Schulten Hans
256
Mit beiden Händen in dat Gnick.
257
»da hab ich ihn, den Galgenstrick!
258
Dies ist der Hund! Der Rechte ist er!
259
Nu marsch mit ihm zum Kriegsminister!«
260
Herr Je! wo sick uns' Hans verfihrt,
261
Mit Arm un Bein herümmer fecht'e.
262
»wo so ans«, seggt'e, »bün'ck de Rechte?
263
Ick bün jo just all arretiert,
264
Min eigen Jung' sleppt mi jo weg.
265
Entfahmte Ekel«, seggt'e, »segg,
268
Ick haust in dinen Kriegsminister!«
269
Dat helpt em nicks, un folgen müßt'e.
270
De Kriegsminister sitt un ward
271
Nahlaten mit sin Kanonieren
272
Un mit sin Bummen-Granatieren,
273
Un schütt hei noch, schütt hei nich scharp,
274
Blot noch mit losen Pulver pufft'e.
275
»verdammter Name: Dämelklas!
276
Na, wart't, hab' ich euch nur, ihr Schufte,
277
Ich will euch ängsten, wär's auch nur zum Spaß.«
278
Un as hei noch halw lacht, halw schellt,
279
Dunn ward Jehann mit sinen Vader mellt.
280
»die beiden sollen näher kommen.«
281
Sei kamen rin. »Ist dies dein Vater?«
282
»ja, Exzellenzen, ut Swensin in Pommern.«
283
»und Er«, un wendt sick an den Minschenfründ,
284
»ist Schulz, heißt Dämelklas, und hat Er
285
Sich diesen Brief hier schreiben lassen?«
286
»ja, Exzellenzen, ja, wi sünd
287
De beiden richt'gen Dämelkläs',
288
As Vader ick, as Sähn hir des'.«
289
»wer hat den Brief Ihm abgefaßt?«
290
»je, Herr, en wohren Spitzbauw was't
291
Mit swarten Kledrock, swarte Büx,
292
Mit blagen Twirn de Knoplöck neiht,
293
Un Stäweln, wo de Tehn rut geiht,
294
Doch schriwen künn hei hellschen fix,
295
Doch as en Snurrer sach hei ut.
296
Na, Exzellenz weit woll Bescheid.«
297
Mit einmal ward dat buten lud,
298
Un rinne kümmt de Ordonnanz
299
Un achter em uns' gaude Hans,
300
Ganz in den Uptog, as so eben
301
De Minschenfründ den Kirl beschrewen.
302
»herr«, seggt de Ordonnanz, »dies ist er.«
303
»schön«, seggt denn de Herr Kriegsminister,
304
»du kannst nun gehn, mein lieber Sohn,
305
Wir haben ja den sauberen Patron.«
306
Un winkt Jehannen, ok herut tau gahn,
307
Un as de beiden dit nu dahn,
308
Dunn wendt hei sick denn an den falschen Vader:
309
Dat hei en Schapskopp wir, dat wüßt'e.
310
Doch Mitled mit sin Dummheit hadd'e;
311
Hei wull mal Gnad för Recht erlaten.
312
Un wendt sick an den falschen Advokaten
313
Un seggt tau em: »Schlechtes Subjekt!
314
Er hat den Brief sich ausgeheckt.
315
Na, wart! Er soll mir dafür büßen.
316
Ein schändlicher Betrüger ist Er,
317
Und ich, ich bin der Kriegsminister.«
318
»wat?« seggt uns' Hans, »mi so tau grüßen?
319
Schlechtes Subjekt? – Na, dit wir nett!
320
Twors weit ick grad nich, wat dat heit,
321
Doch wer mi wat tau seggen hett,
322
Mi Schultenvadder näumen deiht
323
Un Hans un Vadder Dämelklas.«
324
»wo?« seggt de Minschenfründ, »du wirst en Dämelklas?
325
Ick bünn't, Karnallj, du büst de Schriwer.«
326
»du lüggst, entfahmte Rümmerdriwer!«
327
Seggt Hans, »in minen Lewen
328
Heww ick kein einzigst Baukstaw schrewen,
329
Un ick heit Dämelklas un will't besweren!«
330
As sei sick nu so striden deden,
331
Geiht Exzellenz denn hen un her
332
Un strikt den Bort un kratzt den Kopp,
333
As wenn hei'n Slachtplan maken ded.
334
Em is dat so, em is't, as ob
335
Oll Hans de richt'ge wesen künn,
336
Un doch künn't ok de anner sin,
337
Jehann hadd't jo utdrücklich seggt.
338
Na, endlich was sin Plan taurecht,
339
Hei röppt de Ordonnanz herin.
340
»mein Sohn, geh mal zur ersten besten
341
Kasern', und laß dir von den größten
342
Zwei Schüsseln dort mit Essen geben.
343
Ist heut nicht dicker Erbsentag?
344
Wahrhaftig, ja! Das paßt mir eben.«
345
Un geiht nu rüm in sin Gemach
346
Un riwwt vergnäuglich sick de Hän'n,
347
Nu würd hei bald den richt'gen kenn'n.
348
Na, gaud! De beiden Schötteln kamen;
349
Sünd von 'ne rechte nette Gadung
350
Un mit 'ne stiwe Arwten-Ladung.
351
»na«, seggt de Herr, »nu man heran!
352
Wer nu am besten eten kann,
353
Dat is de Bur.« – Doch Hans, de seggt:
354
»ick dank Sei, Herr, ick heww för'n beten
355
Min Frühstück all bi Klähnen eten.«
356
Un de Avkat, de freut sick all.
357
»ei was das!« seggt de Krigsminister,
358
»hier setzt Er sich, und Erbsen ißt Er!«
359
»na«, seggt oll Hans, »wenn ick denn sall«,
360
Un nimmt de Gabel in de Hand
361
Un furrickt in de Arwten rüm.
362
Doch gung em dat verdeuwelt slimm,
363
Mit Gabeln was hei nich bewandt,
364
Un de Avkat, de lacht vör sick.
365
Un Hans, de schüwwt de Schöttel trügg
366
Un seggt: »Verlöw, Herr Exellent,
367
Ick bün mit Lepeln dat gewenn't.«
368
Na, schön! Em ward en Lepel bröcht,
369
Un Schultenvader set't sick t'recht.
370
De Herr Avkat kunn vel verdragen
371
Un was ok grad bi Appetit,
372
Denn hei hadd in de letzte Tid
373
De schönsten Hungerpoten sagen,
374
Hadd äwerdem en gauden Magen
375
Un kunn wat Nüdlich's bi sick slagen;
376
Hei frett, as wenn hei hängen sall.
377
Je ja, je ja, wat helpt dat all!
378
Oll Hans lös't irst an sine Büx
379
Un grippt de Sak mit Lepeln an
380
Un ett denn los, kihrt sick an nix
381
Un höllt sick ümmer drang' heran,
382
Un as nu in den Tog irst is'e,
383
Dunn fött hei wiß un ümmer wisser
384
Un frett sick midden dörch de Arwten.
385
»wahrhaftig!« seggt de Kriegsminister,
386
»wahrhaftig! Ganz strategisch frißt er:
387
Er operiert nach Bonaparten
388
Seinem System; das Zentrum bricht er
389
Zuerst, dann wendet er sich rechts,
390
Und nach Minuten des Gefechts
391
Hat er gesiegt, und mit verhängtem Zügel
392
Stürzt er sich auf den linken Flügel.
393
Da liegt auch der! – Du bist der Rechte!
394
Du siegtest im Gefechte«, seggt'e,
395
»ja, alter Bursch, du bist der Sieger,
396
Und der da, das ist der Betrüger! –
397
De pommersch Bur, de is tau kenn'n,
398
Wenn hei't Gewehr fött bi dat En'n,
399
Wenn hei den Kolben fluschen lett –
400
Un wenn hei dicke Arwten frett.«