13. De beiden Baden

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Fritz Reuter: 13. De beiden Baden (1842)

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As de Franzosen bi uns wiren,
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Dunn müßt't in Tet'row mal passieren,
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Dat de wohllöblich Magistrat
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En Breif wull schicken nah Malchin
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An Hofrat Lüdersen; un Bad'
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Ded in gewöhnlichen Fällen
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Oll Schauster Jehann Haken sin.
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De Kniper sall den Schauster nu bestellen.
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»je«, seggt de Fru, »hei is nich in,
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Ward woll en beten nahwern sin,
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Doch kümmt hei säker mitdewil.«
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»je«, seggt de Kniper, »dit hett Il,
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Hei möt sick spauden un sall denn
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Glik nah Malchin nah Hofrat Lüdersen«,
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Un geiht un ward en annern halen.

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Oll Haken kümmt tau Hus; sin Fru, de seggt:
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»nu mak di fix man up de Salen,
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De Kniper, de was eben hir,
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Sallst nah Malchin, nah Hofrat Lüdersen.«
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»na, hett hei keinen Breif nich bröcht?«
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»ne, keinen Breif un kein Poppier;
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Hei säd man blot, du süllst dor hen.«
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»ha, ha!« seggt hei, »ick weit Bescheid;
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Dit's wedder so'ne Heimlichkeit.
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De Magistrat, de trut sick nich
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Ut Furcht vör dat Franzosentüg,
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Wat Schriftlichs von sick mi tau gewen.«
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Un nimmt den Haut un Stock un geiht.

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Oll Hofrat Lüders, de sitt eben
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Mit drei französche Offezier
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Un ett, dunn kümmt oll Haken rin.
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»gu'n Dag ok, Herr! – Ick bün nu hir.«
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»na«, seggt de Hofrat, »dat's mi leiw,
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Denn gewen S' mi man Ehren Breif.«
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»je«, seggt de Oll un kikt verlegen,
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»en Schriwen, Herr, heww ick nich kregen.«
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Oll Hofrat Lüders was en pfiff'gen Racker.
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Entweder, denkt hei, hett de olle Stacker
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Den Breif verluren oder süs
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Giwwt hei mi blot dat Schriwen nich,
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Wil des' Gesellschaft bi mi is.
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Na, hei parliert denn nu, entschuldigt sich
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Un geiht mit unsern Haken weg;
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Un as sei nu alleine sünd,
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Seggt hei: »Wo is de Breif, oll Fründ?
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Un wat du seggen sallst, dat segg;
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Hir sünd w' allein, hir hürt uns kein Franzos'.«
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»en Breif, Herr Hofrat, heww ick nich.«
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»ih«, seggt de Hofrat, »dat is doch kurjos,
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Na, denn segg mündlich, wat du sallst.«
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»ok Mündlichs weit ick nicks, de Sak hadd Hast;
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De Kniper säd, ick süll hir räwer gahn,
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Un dat, Herr Hofrat, heww ick dahn.«
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De Hofrat schüddt den Kopp un wunnert sich.
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»doch holt mal«, seggt hei, »ick heww grad
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En Breif an dinen Magistrat,
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Den nimm em mit. – Verlir ok nich!«

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Oll Haken geiht nah Tet'row t'rügg;
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Doch knapp is hei herute ut de Stadt,
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Dunn kümmt sin Vadder Kräuger an,
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Sihr ilig, as hei seihen kann.
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»wo willst du hen?« – »Ick? Nah Malchin.
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Uns' Kniper ded hüt bi mi sin,
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Ick süll en Breif nah Lüdersen hendrägen.«
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»ih, dat lat nu man unnerwegen,
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Dor brukst nich hen«, seggt Schauster Haken,
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»dat hest du nu nich nödig mihr,
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Ick heww all eben mit em spraken«,
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Un halt den Breif herut, »sin Antwurt is all hir!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Fritz Reuter
(18101874)

* 07.11.1810 in Stavenhagen, † 12.07.1874 in Eisenach

männlich, geb. Reuter

plattdeutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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