50. Dat Hun'nverbott

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Fritz Reuter: 50. Dat Hun'nverbott (1842)

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So in de negentige Johren,
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As de Franzosen Kihrut danzten
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Un all'ns, wat Adel was un Hochgeboren,
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Ut ehren Lan'n herut kuranzten,
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Dunn treckte sick de wegjagt' Raß
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So meistendeils nah Dütschland rinner
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Un kamm tau uns mit Fru un Kinner
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Un mit Bedeinter, Hans un Klas,
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Bortkratzer, Prükenmaker, Snider,
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Danzmeister, Kammerdeiners un so wider,
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Un födderten un kummandierten,
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As wir'n sei in den irsten besten Kraug,
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Un makten Larm un räsonierten,
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Un nicks was för ehr gaud genaug.
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Sei drögen ehre Näs' in En'n,
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As wenn sei wat Besonders wir'n,
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Un dorbi kunn kein Fru un keine Dirn
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Mit Ihren kamen ut ehr Hän'n.
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Un wenn denn einer mal sin Husrecht brukt,
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Na, hürt, wat gaww dat för'n Spektakel!
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Un ümmer heww'n sei fri herümmer slukt –
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Kortüm, dat was en ganz entfamtes Takel.

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Na, dat hett denn so lang nich wohrt,
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Dunn is en Frugensminsch von dese Ort
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Tau uns ok nah Swerin henkamen,
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Un Mongmorangzi heit s' mit Namen,
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Un wesen wull s' 'ne Herzogin,
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Denn unner dem wull keiner von ehr sin.
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Un't was en oll gefährlich Dirt,
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So dick un fett un dorbi lütt,
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Un einen wohren Fladen wir't
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Un was so gel schir as 'ne Quitt,
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Un snaken ded s' in einen Aten.
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Na, ick was dormals noch bi de Soldaten
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Un stunn bi't irste Regiment,
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Un ick un Herzog Friedrich Franz,
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Denn dunnmals würd hei man noch Herzog nennt,
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Wi heww'n beid uns gaud naug kennt –
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Ick säd: Herr Herzog; hei säd: Hans.
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Na, as ick mal ens up den Posten stünn,
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Wo't nah den Sloßgorn geiht herin,
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Dunn kamm de Herzog antaugahn,
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Un as hei mi dor sach, dunn blew hei stahn
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Un säd tau mi: »Gu'n Morgen, Hans,
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Hir heww'n de Hun'n woll ehren Danz,
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Wo kam'n de Köters hir herin?«
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»herr Herzog, ne! dat ick nich wüßt,
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So lang', as ick hir stah – dat müßt
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Denn vör min Tid hir scheihen sin.«
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»na, dauh mi den Gefallen, Hans,
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Un paß mi up den Hunnendanz
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Un lat mi keine Köters rin;
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Denn de verdammten Dire bören
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Bi jede Blaum den Bein tau Höcht,
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Un wenn dat ok woll wedder drögt,
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So kann man den Geruch doch spören;
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Sei rüken lang' denn nich so schön!
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Drüm paß mi düchtig up, min Sähn!«

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Na, hei güng weg, un ick blew stahn.
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Un durt nich lang', wer kamm dor antaugahn?
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Min gaud französche Herzogin,
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De wull ok nah den Goren rin,
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Un up den Arm, dor hadd s' en fetten Mops,
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Un güng so äwernäs't, as ob s'
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De ganze Welt künn kummandieren.
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»holt!« segg ick, »holt! Sei kann hir nich passieren.«
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Wo Dunner, wo verfirt sei sick!
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Kamm heil un deil ut Rick un Schick,
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Fung an tau schell'n un tau parlieren
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Un an tau handslahn un handtieren:
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»mais je suis la Duchesse de Montmorency;
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Monsieur le Duc me l'a permis.«
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Na, dunn verstunn ick't noch nich recht,
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Nu kreg ick dat all ihre t'recht,
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Denn ick bünn nahsten as Scherschant
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Herinner west in't franzsche Land –
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De olle Restörp was min Leutenant,
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Tau Bützow sach'ck em nülich wedder. –
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Doch't Frugensminsch lep ümmer up un nedder
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Un ümmer redt s' von »Mongmorangzi«,
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Un ümmer snackt s' von »dick Permi«.
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»ih wat!« säd ick, »dat S' gel as 'ne Pomm'ranz is,
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Dat seih ick woll! Sei kümmt hir nich vörbi,
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Sei sülwst un ok Ehr dick Permi!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Fritz Reuter
(18101874)

* 07.11.1810 in Stavenhagen, † 12.07.1874 in Eisenach

männlich, geb. Reuter

plattdeutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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