44. Tru un Glowen

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Fritz Reuter: 44. Tru un Glowen (1842)

1
Wenn so de Bur mal in den Kraug
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Bi sinen Sluck mit annern sitt,
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Denn ward dor meistens drähnt ok naug.
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Sei reden denn von dat un dit;
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Bald sünd dat Läuschens, de sei sick vertellen,
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Bald reden s' von de slichten Tiden,
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Un männigmal, denn fangen s' an tau schellen:
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Sei brukten ok nich all'ns tau liden;
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Un ob de Amtmann glöwt, dat sei sin Naren,
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Un dat sei gor nich nödig hadden,
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In allen Order tau parieren,
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Dat sei nahgradens münnig wiren.

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»ja«, säd denn mal oll Bur Päsel,
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As sei eins seten in den Kraug tauhopen
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Un em de Gall würd äwerlopen,
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»ja! Uns' Herr Amtmann is en Esel!
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Un wohr is't, un't is ganz gewiß,
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Dat hei en groten Swinhund is;
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Un den'n, de mi't nich will tau glöwen,
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Den'n will ick dat ok schriftlich gewen.«
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Na, dat würd ok so lang nich duren,
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Dunn wüßt de Amtmann, dat de Buren
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Em lästerlich utschullen hadden,
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Un namentlich, dat Bur Päsel
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Hadd seggt, hei wir en wohren Esel.
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Hei let sei all tau Amt nu laden
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Un let sei tau Gerichtsdag kamen.
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Dor würden sei denn nu vernamen,
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Un enzeln würd en jeder fragt:
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»hat Bauer Päsel das gesagt?«
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»ick weit dat nich, ick was nich dor.«
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»ih, Gott bewohr! Dat is nich wohr.«
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»herr Amtmann, ne! Dat ick nich wüßt.«
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»dat hadd ick doch ok hüren müßt.«
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»wi heww'n von slichte Tiden seggt.«
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»ick hür up't linke Uhr nich recht.«
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Kort, keiner wull dorvon wat weiten,
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Dat Päsel em en Swinhund heiten.
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An Bur Möllern kamm tauletzt de Frag',
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De was man dumm un ok man zag;
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De Amtmann fohrt em eklig in de P'rük
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Un führt em häßlich an den Wagen.
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»wenn Hei nich seggt de Wohrheit glik,
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Denn lat ick krumm un lahm Em slagen.
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Wat säd tau Em de Bur Päsel?
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Herute mit de Sprak! Wat wir't?«
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»ach ja, Herr Amtmann, ja! Ick heww dat hürt,
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Hei säd, Sei wir'n en rechten Esel.
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Wat wohr is, dat bliwwt wohr!«
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»hürt dat villicht noch süs wer dor?«
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»dat glöw ick nich, dat kunn woll nich gescheihn,
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Wi stunnen an den Aben ganz allein.«
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»dat is fatal! Nur
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Nu paß Hei up un häud Hei sick vör't Leigen!
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Säd Päsel Em ok süs noch wat?«
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»herr Amtmann, ja! Hei säd noch, dat
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Woll keiner dat bestriden künn,
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Dat sei en Swinhund deden sin,
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Un dat wull hei mi schriftlich gewen.«
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»er Schafskopf, Esel, Dummerjahn!
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Warum nahm Er denn das nicht an?
62
Warum ließ Er sich's denn nicht geben?«
63
»ih, dat ded ick em so tau glöwen.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Fritz Reuter
(18101874)

* 07.11.1810 in Stavenhagen, † 12.07.1874 in Eisenach

männlich, geb. Reuter

plattdeutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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