40. De Stadtreis'

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Fritz Reuter: 40. De Stadtreis' (1842)

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»hür, Fritz, min Sähning, weitst du wat?
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Wi möten woll vör allen Dingen
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Glik morgen früh mal in de Stadt
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Un unsen Weiten rinne bringen«,
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Säd Vader Päsel tau den Jungen.
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Na, dat was gaud! – Sei fungen
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Ok glik tau sacken an, un annern Morgens früh
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Satt Fritz tau Pird un fläut't 'ne Melodie
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Un führt den Weiten nah de Stadt.
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De Oll, de up den Wagen satt,
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De halt sick sine Pip herut
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Un rekent sick den Weiten ut.
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As sei nu nah de Stadt rin kemen,
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Dunn würd de Oll sin Prauwen nemen,
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De hei hadd in den Snuwdauk bunnen,
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Un gung dormit tau Stadt herin,
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Un as hei hadd en Kopmann funnen,
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Kamm hei taurügg und säd: »Ick bün
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All wedder hir. Min Sähn, nu hür,
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Sett di tau Pird un führ
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Hen nah de Eck an'n Mark, nah Bäcker Richtern;
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Ick will mi hir en beten irst vernüchtern.«

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Na, wat so'n Bur vernüchtern heit,
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Dat is bekannt, ji weit't Bescheid.
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Hei drunk irst einen Sluck, dunn würden't
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Un ut de
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Un as hei drunk taum
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Dunn hadd sick ok en Jud infunnen,
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De set't sick bi den Buren dal,
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Hei sach dat glik, dat hir wat wir tau riten.
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»na, Brauder Päsel, will'n mal smiten!
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Smittst du den Kopp, heww ick gewunnen,
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Smittst du de Schriwwt, hest du verluren.«
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Oll Päsel krätzt sick acht're Uhren.
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»man tau! Kopp oder Schriwwt!
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Un wer verlirt, de giwwt
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'ne Buddel Win taum besten«, seggt uns' Päsel.
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Oh, Brauder Päsel, wat büst du för'n Esel!
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Na, bald hadd sick de Bur recht schön herinnerpudelt
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Un hadd dorbi sick in den Win –
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Wo kunn denn dat ok anners sin? –
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En rechten Schönen rannerdudelt.
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Nu let hei noch mihr Win sick bringen,
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Un endlich fung hei an tau singen.
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Dit tau beschriwen is nich licht,
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Denn wenn so'n Bur dat Singen kriggt,
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Dat is, as wenn de Katten quaren
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Un wenn dortwischen Kalwer blaren.

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As Fritz was kamen mit dat Weitengeld,
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Dunn würd hei ok herannerwunken,
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Un as hei ok gehürig drunken,
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Dunn würd de Oll tau Höchten stellt;
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Twei kregen em nu bi den Kragen
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Un läden em up sinen Wagen,
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Un Fritz, de ok in sinen Dätz wat spürt,
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De set't sick up dat Sadelpird
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Un dreiht sick üm un deiht den Ollen fragen:
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»na, Vader, sall'ck nich 'n beten jagen?«
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»jung', wenn du jagst, denn kriggst du Schacht!«
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Seggt Päsel, »ne, du führst mi sacht.«
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»ih, Vader, weit Ji wat? Ick jag!«
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»jung', sühst du nich, ick ligg jo up de Unnerlag.
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Wo kannst du woll an't Jagen denken?
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Sall ick mi denn dat Krüz verrenken?«
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De Jung', de führt de Strat ok sacht hendal,
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Doch as de Oll denkt: nu is allens woll,
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Dreiht hei sick üm un seggt: »Ick jag, de Düwel hal!«
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»jung', du verdammte Slüngel!« röppt de Oll.
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Je ja! Je ja! De Jung' hürt nich en Wurd,
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De Oll, de röppt un will't em wehren;
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De Jung sleiht los up sine Mähren,
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Un wat sei lopen känen, geiht dat furt.

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De Oll, de flüggt woll up un nedder,
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Bald up de Unnerlag, bald an de Ledder.
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Wenn dit en beten länger durt,
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Behöllt hei keinen Knaken heil,
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Vör allen in sin Achterdeil.
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De Jung', de jöggt in einem furt,
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Un ümmer düller jöggt de Snäsel,
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As wenn de Bengel Weddbahn ritt,
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Un ümmer düller flüggt uns' Päsel,
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As wenn hei in de Schockreip sitt.

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Na, endlich was de Damm tau En'n,
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Un as sei in den Landweg wenn'n,
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Wo ein so recht schön jagen künn,
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Dor höll de Jung mit Jagen in,
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As wull hei sinen Ollen brüden.
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»hadd ick dat
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»hei wir mi kamen up de Siden.«
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»na«, seggt de Jung, »Ji mägt ok woll
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En saubern Vader hewwen hatt!«
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»hä?« fröggt de Oll, »

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Fritz Reuter
(18101874)

* 07.11.1810 in Stavenhagen, † 12.07.1874 in Eisenach

männlich, geb. Reuter

plattdeutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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