7. De Giez

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Fritz Reuter: 7. De Giez (1842)

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»jung'«, säd de Oll, »dat kann nich ewig wohren,
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Du büst nu ok all in de Johren,
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In unsre Schaul kannst ok nich wat mihr lihren,
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De Preister sall di kunfirmieren,
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Un wenn du di denn schickst in allen Gäuden,
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Denn sallst du nahsten Ossen häuden.«
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Na, wenn de Oll wat säd, denn hülp kein Reden;
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Ick müßt nu also hen tau'n Beden.
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Uns' Paster was en klauken Mann;
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Hei sach't mi glik an mine Ogen an,
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Dat ick man 'n beten düsig wir
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Un dat ick öfter up de Pier
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As up de Bänken in de Schaul hadd reden.
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Indessen gung de Sak vel beter, as ick dacht:
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Ick namm mi hellischen in acht
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Un lihrt den Katekismus un de Bibel
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Un lihrt de grote Waterfrag'.
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De Preister säd: »Mein Sohn, nicht übel!
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Wenn du so bei bleibst, kommst du nach.«
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Binah was ick all Primus, as sei't nenn'n,
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Un äwer mi, dor stunnen man noch drei.
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Doch jedes Ding, dat hett en En'n;
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'ne Wust hett sogar twei.
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De Preister kamm mal nah de Stuw' herinner
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Un säd tau uns: »Min leiwen Kinner,
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Was ist das für ein Mensch, der immer
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Sich weidet an des Goldes Schimmer
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Und an den eitlen Mammonsgaben,
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Der gierig ist, noch mehr zu haben,
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Der immerfort sein Hab und Gut vermehrt
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Und Schätze sammelt, die der Rost verzehrt?
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Wie nennt man einen solchen Mann?«
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Hir stunn hei up un wendt sick an
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Stin Durtig Hannemanns ut Golchen.
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»mein liebes Kind, wie nennt man einen solchen?
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'n Gei ... 'n Gei ...?« Doch Durtig, de blew stumm.
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Herr Je! wat is de Dirn doch dumm!
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So dacht ick, un ick plinkt ganz schlau
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Den Preister mit de Ogen tau.
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Hei würd't gewohr un redt mi an:
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»na, du, mein Sohn, was ist das für ein Mann,
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Der fröhnet so verruchtem Laster?
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'n Gei ... 'n Gei ...?« – »'n Geistlichen, Herr Paster.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Fritz Reuter
(18101874)

* 07.11.1810 in Stavenhagen, † 12.07.1874 in Eisenach

männlich, geb. Reuter

plattdeutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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