In Rittermannshagen, dor was mal en Mann

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Fritz Reuter: In Rittermannshagen, dor was mal en Mann Titel entspricht 1. Vers(1842)

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In Rittermannshagen, dor was mal en Mann,
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De läd sick woll hen, üm tau starben,
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Un wil nu doch keiner wat mitnehmen kann,
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So let hei sin Kinner dat arben.

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So deilt hei sin Hus un sin Hof un sin Feld
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Tau gliken Deil vör sin Döchter.
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»ok kriggt nu en jeder von jug glikes Geld
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Un de Hälft' von den Goren«, so seggt er.

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Un kum dat de Oll verstorben nu was
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Un was in Freden begraben,
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Dunn rafften de beiden mit Hast un mit Haß
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Dat Arwdeil tausam, as de Raben.

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Dat Geld, dat würd deilt, un de Hofstäd dortau,
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Un kein' von de beid' was taufreden;
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Un as sei sick deilten den Goren genau,
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Dunn heww'n sei sick gruglichen streden.

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In den middelsten Stig würd en Kirschbom sin,
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Nich rechtsch un nich linksch stunn hei 'ranner.
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»dat's min!« säd de Öllst', »de Kirschbom is min!«
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»du büst woll nich klauk«, säd de anner.

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Un as nu de Kirschen rip wiren binah,
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Dunn wull ok de Öllst sei sick austen.
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»herut ut den Bom! Herunner! Ick slah!«
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Rep de Jüngst, »dat sall di wat hausten!«

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Sei schüllen sick 'rüm, un sei fohrten tausam
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Un kratzten sick af de Gesichter,
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Sei slogen sick krumm, un sei slogen sick lahm
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Un lepen tauletzt nah den Richter.

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De Kirschbom, de bläuht, de Kirschbom, de drog,
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De Avvekaten, de kemen;
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Dat Frugensvolk jöhrlich sick wedder slog,
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Denn kein von ehr wull sick bequemen.

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De Kirschbom, de bläuht, de Kirschbom, de drog,
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Un jöhrlich gaww't en Getagel,
35
Un wil dat eine de annere slog,
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Vertehrten de Kirschen de Vagel.

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Dat Hus, dat is hen, un de Arwschaft verdahn,
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Üm Geld un Gaud sünd sei rümmer;
39
De Kirschbom is lang' all verdrögt un vergahn,
40
De Strid äwerst wohret noch ümmer.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Fritz Reuter
(18101874)

* 07.11.1810 in Stavenhagen, † 12.07.1874 in Eisenach

männlich, geb. Reuter

plattdeutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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