Der Königsstuhl bei Rhense

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Ferdinand Freiligrath: Der Königsstuhl bei Rhense (1843)

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Neu gebaut beim alten Rhense
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Steht der Wahlstuhl wiederum,
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Aber Enten, ach! und Gänse
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Weiden schnatternd drum herum.

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Wo einst Wahlen hielt das Wahlreich,
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Und der Reichsaar trotzig schrie,
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Dorten, feierlich und zahlreich,
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Grast nun zahmes Federvieh.

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Ach! und aus den Weidenbüschen
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Eilt kein Kurfürst mut'gen Schritts;
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In den sieben hohen Nischen
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Leer und öde jeder Sitz!

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Dennoch freut es, ihn zu schauen,
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Stattlich, wie er vormals stand,
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Als aus nah und fernen Gauen
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Deutschland Boten ihm gesandt;

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Als man Kampf beriet und Schlachten
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Hier im offnen Steingemach
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Und geschickt mit selbstgemachten
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Kön'gen spielte hohes Schach;

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Als ins Banner schwarzrotgolden
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Frisch und frei der Rheinwind blies;
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Als man einen Trunkenbolden
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Nach Verdienst vom Throne stieß.

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Fauler Wenzel! nimmer sehnen
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Wir uns heut nach dir zurück!
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Auch am Königsstuhl zu lehnen,
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Deucht uns kein besonder Glück!

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Unterdessen, da bei Rhense
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Er zu schaun ist wiederum,
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Nehmen willig, trotz der Gänse,
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Wir ihn als Augurium;

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Als ein Zeichen, uns zum Frommen
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Aufgericht't am Rheinesstrand:
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Daß du wirst zu Stuhle kommen
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Sonsten auch, o deutsches Land!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ferdinand Freiligrath
(18101876)

* 17.06.1810 in Detmold, † 18.03.1876 in Bad Cannstatt

männlich

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Lyriker, Dichter und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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