41.

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Daniel Czepko von Reigersfeld: 41. (1632)

1
Die Zahl, ein' edle Kunst, die offenbahrt uns Gott,
2
Und er wird offenbart durch sie aus weiser Noth:
3
Ihr erster Ausfluß ist das allgemeine Wesen,
4
In dem hat die Geburth das Ein ihm auserlesen:

5
Du Göttliche Gewalt, Du Thron Fürst dieser Krafft,
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Die aus dem Ein entspringt, und würckt und alles schafft:
7
Und wir selbständig sehn durch alle Zahlen flüßen:
8
Willkom'n Seriphiel. Mach uns die Kunst zu wißen.

9
So weit das große Tieff: in dem die Sternen stehn,
10
Und ringrecht durch den Trieb des Grundbewegers gehn,
11
Sich in der Ewigkeit in Ihm weiß auszustrecken:
12
So weit wil dir den Zweck der Herrschung Gott auffstecken.

13
Du kanst der Sternen Zahl und sagst Sie aus der Hand,
14
Ob ihrer mehr noch sind als Thetis grauer Sand:
15
Kein Vogel, Fisch und Thier im Himmel, Meer und Erden
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Brüt, streicht und wirfft. Ihm muß die Zahl erst von dir werden.

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Und aus der Zahl da fleust das Wesen ieden ein,
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Da wo ein Einfluß sich dem andern macht gemein:
19
Du machst, daß alle Ding' in dem sie durch dich gehen,
20
Dort in der Algebra, hier Mercava bestehen.

21
Gott schleust die gantze Welt in deine Ziffern ein,
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Es ist gezehlt, wie lang sie sol seyn, und nicht seyn:
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Es ist gezehlt, schau umb: Sie stehn dir im Gesichte,
24
Die Sündfluth und der Tag des Herrn und das Gerichte.

25
Im ersten Ein da quillt das wesentliche Meer
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Der Unvergänglichkeit ohn End' und Anfang her:
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Das rinnt von Zahl auff Zahl durch dieses große Gantze,
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So wir sehn und nicht sehn in ungeendtem Glantze.

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Daß in den Zahlen uns, in uns die Zahlen wir
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Umschaun, und in das Ein gekehrt seyn für und für:
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So bringt Herr Franckenberg ein geistlichs Licht getragen,
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Das untern Engeln Er im Himmel auffgeschlagen.

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Du Edler Franckenberg! Dein himmlischer Verstand
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O seelge Freundschafft! macht mit Engeln uns bekannt:
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Wir können diesen Dienst mit Zahlen nicht bezahlen,
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Das Ein, das muß es thun: Drein sie gehn, draus sie strahlen.

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Erweckte Seelen auff! Was vor kein Cabalist,
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Es sey Pythagoras, es sey der Trismegist,
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An Ziffern ausgezehlt durch Glauben und durch Schweigen,
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Wird itzt ein Engel Euch an Fingern zehln und zeigen.

41
Und du Seriphiel, umziffre diesen Berg,
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Den Gott bestritten hat: feur an dis heilge Werck:
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Führ uns durch die zwölff Zahln ins ungezehlte Wesen,
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Wo alle Zahl zerfleust: wenn sie das Ein nur lesen:

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In diesem Ein besteht das Reich der Ewigkeit,
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Das nichts als ein Gemüth und Licht ist weit und breit:
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Mein Mensch, das Reich, das Ein ist hier: Wilt du es wißen:
48
Findstu es nicht in dir, must du es ewig mißen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Daniel von Czepko
(16051660)

* 23.09.1605 in Q2805434, † 09.09.1660 in Wołów

männlich, geb. Czepko

deutscher Dichter und Dramatiker

(Aus: Wikidata.org)

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