Einkehr unterhalb des Rheinfalls

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Gottfried Keller: Einkehr unterhalb des Rheinfalls (1845)

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Da rauscht das grüne Wogenband
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Des Rheines Wald und Au entlang:
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Jenseits mein lieb Badenserland,
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Und hier schon Schweizer Felsenhang!

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Da zieht er hin, aus tiefer Brust
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Mit langsam stolzem Odemzug;
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Und über ihm spielt Sonnenlust
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Und Eichenrauschen, Falkenflug!

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Kein Schloß, kein Dom ist in der Näh,
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Nur Wälder schauen in die Flut;
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Von Deutschland schwimmt ein zitternd Reh
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Herüber, wo es – auch nicht ruht!

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Und in der Stromeseinsamkeit
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Vergeß ich all den alten Span,
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Versenke den verjährten Streit
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Und hebe hell zu singen an:

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»wohl mir, daß ich dich endlich fand,
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Du stiller Ort am alten Rhein,
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Wo ungestört und ungekannt
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Ich Schweizer darf

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Wo ich hinüber rufen mag,
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Was freudig mir das Herz bewegt,
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Und wo der klare Wellenschlag
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Den Widerhall zurück mir trägt!

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O steigt zum Himmel, Lied und Wort!
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Schwebt jubelnd ob dem tiefen Rhein!
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Hier ist ein stiller Freiheitsport,
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Hier sind wir mit dem Rhein allein!«

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Da raschelt's drüben, und der Scherg
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Lauscht zweigefärbt durchs dunkle Grün –
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Ich fliehe schnell hinan den Berg:
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Du stiller Ort am Rhein – fahr hin!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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