18

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Gottfried Keller: 18 (1845)

1
Es schneit und eist den ganzen Tag,
2
Der Frost umfängt mich scharf und blank;
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Und wie ich mich gebärden mag –
4
Nun liegt sie wirklich ernsthaft krank!

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Verödet ist das Paradies,
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Das sonst auf ihrem Angesicht;
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Nur zitternd blieb und ungewiß
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Der Augen mildes Sternenlicht.

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Nur wenn ich alle Tag einmal
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An ihrem Krankenlager bin,
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So fällt ein heitrer, klarer Strahl
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Auf meine feuchten Augen hin.

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Und wenn wir so beisammen sind,
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Dann lieb ich still sie anzuschaun
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Und träumend ob dem lieben Kind
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Den Frühling wieder aufzubaun!

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Noch ziert den Mund ein leichtes Rot
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Und immer eines Kusses wert –
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Sie läßt's geschehen, weil die Not
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Die Menschenkinder beten lehrt.

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»ich lieb nicht deinen feinen Mund,
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Nur deine Seele ganz allein –
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Im Frühling wollen wir gesund
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Und beide wieder fröhlich sein!«

25
Und wenn der Arzt kommt, lügen wir
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Ihn tröstlich voller Hoffnung an;
27
Doch hab ich heimlich neben ihr
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Zu Gott manch heiß Gebet getan.

29
Das ist der erste Kummer, so
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Mir schwer und ernst ins Leben bricht;
31
Wie werd ich wieder leicht und froh,
32
Wenn ihm der Lenz das Urteil spricht!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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