Kalisto, der die Haut kaum an den Knochen hing

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Christian Wernicke: Kalisto, der die Haut kaum an den Knochen hing Titel entspricht 1. Vers(1693)

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Kalisto, der die Haut kaum an den Knochen hing,
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Die traf ich an, als sie vermummt im Grünen ging.
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Ich naht' herzu und, gleich als ob ich sie nicht kennte
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Und ihr Gesicht zu sehen brennte:
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»die Sonne möcht' ich sehn, die eine Wolke deckt,«
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Sagt' ich, als ich die Hand nach ihrer Maske streckt'. –
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»glaubt Ihr«, versetzte sie, »daß insgemein auch meine
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Den Thoren wie den Klugen scheine?« –
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Erzürnt durch dieses Wort »Ei, ist Euch nicht bekannt,«
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Sprach ich, »ein schlaues Weib, Semiramis genannt?
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Sie ließ, als sie noch lebt', auf ihren Leichstein graben:
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Wer einen Schatz verlangt zu haben,
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Der findet ihn gewiß hier unter diesem Stein.
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Ein Fremdling fand sich drauf nach vielen Jahren ein;
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Er las und dachte: Geld verachten nur die Narren,
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Und fing die Gruft an aufzuscharren.
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Es kostet' ihm viel Müh', und oftmals schöpft' er Luft,
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Eh' er den
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Als aber er zuletzt den Deckel aufgebrochen,
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So fand er nichts, als – dürre Knochen.«
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Ich schwieg; sie aber sprach: Freund, ich versteh' Euch nicht. –
22
»nein?« sagt' ich; »

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Wernicke
(16611725)

* 01.01.1661 in Elbląg, † 05.09.1725 in Kopenhagen

männlich, geb. Wernicke

deutscher Epigrammatiker

(Aus: Wikidata.org)

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