11. Verzicht

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Eduard Mörike: 11. Verzicht (1839)

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Bleistift nahmen wir mit und Zeichenpapier und das Reißbrett;
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Aber wie schön ist der Tag! und wir verdürben ihn so?
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Beinah dächt ich, wir ließen es gar, wir schaun und genießen!
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Wenig verliert ihr, und nichts wahrlich verlieret die Kunst.
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Hätt ich auch endlich mein Blatt vom Gasthaus an und der Kirche
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Bis zur Mühle herab fertiggekritzelt – was ist's?
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Hinter den licht durchbrochenen Turm, wer malt mir dies süße,
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Schimmernde Blau, und wer rundum das warme Gebirg?
9
– Nein! Wo ich künftig auch sei, fürwahr mit geschlossenen Augen
10
Seh ich dies Ganze vor mir, wie es kein Bildchen uns gibt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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