An den Vater meines Patchen

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Eduard Mörike: An den Vater meines Patchen (1845)

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Der Knabe, der zehn Jahre später dir ein Freund
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Und lange Zeit ein täglicher Genosse war,
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Daheim noch lebt' er in des lieben Vaters Haus,
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Mit blühenden Geschwistern selbst ein blühender:
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Sieh, diesen Säbel zur Husarenuniform
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Trug er durch Hof und Garten und Alleen der Stadt.
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Das schöne Kleid (du sahst wohl noch ein Stück davon,
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Scharlachen, fein, mit Silberschnörkelwerk besetzt),
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Ist längst dahin samt alle seinem Zubehör,
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Bis auf dies Eisen, dem getreu die Scheide blieb.
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Wem laß ich nun die Waffe? Billig spart ich sie
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Dem eignen Sohn; er bleibt nur gar zu lange aus!
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Am Ende, fürcht ich ernstlich, kommt er nimmermehr;
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Sah ich doch selbst die Mutter bis zur Stunde nicht!
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Kurzum denn, Alter, deinem Erstgeborenen,
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Dem deine Bruderliebe meinen Namen lieh,
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Häng ich den Säbel, bis er ihn gebrauchen kann,
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Am Nagel übers Bettchen, ihm zu Häupten, auf,
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Unblutig Spielzeug, das von schöner Jugend weiß
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Und deinem Knaben keine bösen Träume schafft.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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