An Pauline

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Eduard Mörike: An Pauline (1841)

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Die Neune, die zu ewgen Tänzen
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Sich schwesterlich die Stirne kränzen,
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Sie sollen, heißt's, im Dämmerscheine
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Der dichterischen Wunderhaine
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Gar manches Mal dir gern begegnen
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Und dich mit ihren Gaben segnen;
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Nur daß du, was sie dir vertrauten,
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Mit keiner Silbe läßt verlauten.
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– Ob etwa
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Dir dieses Schweigen auferlegen?
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Ich weiß, ein solcher Schatz, verschlossen,
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Wird doppelt wonnig erst genossen,
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Unendlich scheint er sich zu füllen,
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Indem wir ihn der Welt verhüllen.
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Drum, was die Freunde sagen möchten,
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Es ziemt sich kaum mit dir zu rechten;
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Wünscht mancher doch ein gleiches Glück
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Unmutig oft sich selbst zurück!

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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