Meiner Schwester

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Eduard Mörike: Meiner Schwester (1841)

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»blättchen, das im losen Spiel
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Winde durch die Lüfte tragen,
3
Blättchen, kannst du mir nicht sagen,
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Wo ist deiner Wandrung Ziel?«

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Ach ich weiß ein frommes Kind,
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Dem möcht ich mich gern verbinden,
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Und kann doch den Weg nicht finden,
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So verstürmte mich der Wind.

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Als ich aus der Knospe mich
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Vor den Veilchen, früh, gerungen,
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Kam das Liebchen oft gesungen
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Durch den Garten morgendlich.

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Aber da sich, glatt und schön,
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Tät mein grünes Herzlein dehnen,
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Sah ich sie in bittern Tränen
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Unter unsern Zweigen stehn.

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Und dort drüben überm Hag,
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Steht das Röslein, steht die Weide,
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Dahin wallte sie in Leide
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Mir vorüber jeden Tag.

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Freut' auch mich nichts weiter mehr,
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Nicht die süße Maiensonne,
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Bienenton und Schaukelwonne,
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Keine kühle Mondnacht mehr.

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Also welkt ich vor der Zeit,
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Bin, bevor der Herbst gekommen,
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Aus der Mutter Hut genommen
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Und von der Geliebten weit.

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Dürft ich zu ihr, ach wieviel
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Sagt ich ihr von Lust und Schmerzen!
31
Und an dem getreusten Herzen
32
Fänd ich meiner Wandrung Ziel.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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