Bei der Marien-Bergkirche

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Eduard Mörike: Bei der Marien-Bergkirche (1845)

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O liebste Kirche sondergleichen,
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Auf deinem Berge ganz allein,
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Im Wald, wo Linden zwischen Eichen
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Ums Chor den Maienschatten streun!

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Aus deinem grünen Rasen steigen
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Die alten Pfeiler prächtig auf,
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An Drachen, Greifen, Laubgezweigen
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Reich bis zum letzten Blumenknauf.

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Und Nachtigall und Kuckuck freuen
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Sich dein- und ihrer Einsamkeit,
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Sie kommen jährlich und erneuen
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Dir deine erste Frühlingszeit.

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Der Wohllaut deiner Orgeltöne
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Schläft, ach, manch lieben langen Tag,
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Bis einmal sich dein Tal der Schöne
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Deines Geläutes freuen mag.

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Dort, wo aus gelbem Stein gewunden
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Die Treppe hängt,
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Vertieft sich heut in Abendstunden
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Mein Sinn in ihre Zierde ganz.

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Sieh! ihre leicht geschlungnen Glieder
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Verklären sich in rotes Gold!
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Und horch, die Spindel auf und nieder
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Gehn Melodieen wunderhold!

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Musik der hundertfachen Flöte,
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Die mit dem letzten Strahl verschwebt,
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Und schweigt – bis sie die Morgenröte
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Des gleichen Tages neu belebt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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