1.

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Eduard Mörike: 1. (1841)

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Tochter des Walds, du Lilienverwandte,
2
So lang von mir gesuchte, unbekannte,
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Im fremden Kirchhof, öd und winterlich,
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Zum erstenmal, o schöne, find ich dich!

5
Von welcher Hand gepflegt du hier erblühtest,
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Ich weiß es nicht, noch wessen Grab du hütest;
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Ist es ein Jüngling, so geschah ihm Heil,
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Ist's eine Jungfrau, lieblich fiel ihr Teil.

9
Im nächtgen Hain, von Schneelicht überbreitet,
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Wo fromm das Reh an dir vorüberweidet,
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Bei der Kapelle, am kristallnen Teich,
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Dort sucht ich deiner Heimat Zauberreich.

13
Schön bist du, Kind des Mondes, nicht der Sonne;
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Dir wäre tödlich andrer Blumen Wonne,
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Dich nährt, den keuschen Leib voll Reif und Duft,
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Himmlischer Kälte balsamsüße Luft.

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In deines Busens goldner Fülle gründet
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Ein Wohlgeruch, der sich nur kaum verkündet;
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So duftete, berührt von Engelshand,
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Der benedeiten Mutter Brautgewand.

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Dich würden, mahnend an das heilge Leiden,
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Fünf Purpurtropfen schön und einzig kleiden:
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Doch kindlich zierst du, um die Weihnachtszeit,
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Lichtgrün mit einem Hauch dein weißes Kleid.

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Der Elfe, der in mitternächtger Stunde
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Zum Tanze geht im lichterhellen Grunde,
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Vor deiner mystischen Glorie steht er scheu
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Neugierig still von fern und huscht vorbei.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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