Das Bildnis der Geliebten

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Eduard Mörike: Das Bildnis der Geliebten (1846)

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Maler, du zweifelst mit Recht, indem du den seltenen Umriß
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Meiner Geliebten bedenkst, wie du beginnest dein Werk.
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Ob von vorn das Gesichtchen, ob du's von der Seite mir zeigest?
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Viel hat beides für sich und mich beklemmet die Wahl.
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»nun, dreiviertel?« Ich möchte das reine Profil nicht entbehren,
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Wo sie, so eigen, so neu, kaum nur sich wiedererkennt.
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Sinnen wir lang? Schon weiß ich, vernimm, die natürlichste Auskunft:
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Male die doppelte mir kühn auf dasselbige Tuch.
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Denn was wagst du dabei? Man wird zwei Schwestern erblicken,
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Ähnlich einander, doch hat jede das Ihre voraus.
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Und mich stell in die Mitte! Den Arm auf die Achsel der einen
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Leg ich, aber den Blick feßle die andere mir,
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Die mit hängenden Flechten im häuslichen Kleide dabeisteht,
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Nieder zum Boden die lang schattende Wimper gesenkt,
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Indes jene, geschmückt, und die fleißig geordneten Zöpfe
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Unter dem griechischen Netz, offenen Auges mir lacht.
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– Eifersucht quälte dich öfter umsonst: wie gefällt dir, Helene,
18
Dein zweideutiger Freund zwischen dies Pärchen gestellt?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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