Solt' ich nicht frölich sein

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Johann Rist: Solt' ich nicht frölich sein Titel entspricht 1. Vers(1637)

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Solt' ich nicht frölich sein
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Und danken dir allein,
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O Gott, daß nun vergangen
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Dein Zorn und das Verlangen
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Der Armen ist erfüllet,
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Ja daß zu dieser Frist
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Dein Eifer ganz gestillet
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Und du versöhnet bist?
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Wie wol ist mir geschehn!
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Nun kan ich Hülfe sehn.
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Solt' ich dir nicht vertrauen,
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Der du mich lässest schauen
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Den Fried' in unsern Gränzen,
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Der uns durch deine Kraft
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Wird alles das ergänzen,
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Was uns der Krieg gerafft.
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Gott Lob! Das Kriegsgeschrei
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Ist endlich nun vorbei,
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So werden nicht verlassen,
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Die Gott im Glauben fassen;
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Nun hat sich abgewendet
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Sein Grimm, nachdem der Streit
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Der Fürsten sich geendet
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Mit Lieb' und Freundlichkeit.
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Drauf rauschet nun hernach
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Der Fried', als sonst ein Bach,
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Der Feld und Wiesen netzet,
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Der edle Fried' ergetzet.
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Gleich wie der Thau den Acker,
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Den er gleich lechzend fand,
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So macht der Fried' jetzt wacker
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Das werte Vaterland.
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Dir dank' ich Tag und Nacht,
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O Gott, daß du die Macht
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Des Feindes hast gebrochen
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Und dich an ihm gerochen,
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Läßt uns nun wieder kommen
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Des Landes Obrigkeit,
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Zum Nutz und Trost der Frommen
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In dieser schweren Zeit.
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Schütz herlich ihren Stand
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Durch deine Wunderhand,
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Daß sie kein Feind betrübe,
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Noch das an uns verübe,
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Das abermal kan schaden
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Des Landes Glück und Ruh';
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Herr, deck uns doch mit Gnaden
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Und sicherm Friede zu.
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Gott Lob, der Krieg ist fort!
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Uns sol an diesem Ort
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Ein Feind nicht leicht erschrecken,
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Noch uns mit Angst aufwecken,
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Die Kreuzstund' ist vergangen,
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Itz bricht der Trost herfür.
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Wem sollte nicht verlangen,
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O Fried', allein nach dir?
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Die Not ist abgethan,
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Die Lust tritt auf die Bahn;
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Kein Krieg wird mehr gefunden,
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Der Fried' hat überwunden.
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Wird der nun nimmer wanken,
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Herr Gott, in dieser Zeit,
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So wollen wir dir danken
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Dort in der Ewigkeit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Rist
(16071667)

* 08.03.1607 in Hamburg, † 31.08.1667 in Wedel

männlich, geb. Rist

deutscher Dichter und lutherischer Prediger

(Aus: Wikidata.org)

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