Ueber Psalm 77, Vers 4 und 7

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Johann Rist: Ueber Psalm 77, Vers 4 und 7 (1637)

1
Brich, o Morgensonne,
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Lieblich doch herfür!
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Gott, ich wil mit Wonne
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Kindlich danken dir;
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Denn du hast beschützet
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Mich die ganze Nacht,
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Daß mich nicht beschmitzet
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Satans List und Macht.
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Geht herfür, ihr Sterne,
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Bleicher Mond, brich an,
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Leuchtet uns von ferne,
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Daß mein Mund doch kan
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Jetzt sein Opfer bringen
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Und mit süßem Ton
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Unserm Gott lobsingen
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Für dem Gnadenthron!
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Komt, ihr Gotteskinder,
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Laßt des Höchsten Wort
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Wohnen auch nicht minder
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Unter uns hinfort;
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Hebt die Freudenpalmen
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Jauchzend himmelan,
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Singt die schönsten Psalmen,
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Die man finden kan.
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Lasset itz erschallen
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Manchen Lobgesang,
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Ist doch auch ein Lallen,
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Das ohn allen Zwang
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Aus dem Herzen gehet,
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Gott sehr lieb und wert,
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Gott, der das erhöhet,
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Was nur ihn begehrt.
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Laßt vor allen Dingen,
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O ihr Christenleut,
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Eure Stimm' erklingen,
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Gottes Herlichkeit
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Tag und Nacht zu preisen;
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Laßt Herz, Sinn und Mut
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Ehr' und Dank erweisen
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Gott, dem höchsten Gut.
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O du Geist von oben,
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O du süßes Licht,
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Laß uns, Gott zu loben,
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Doch ermüden nicht;
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Unser Herz kan spüren
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Deine Gegenwart,
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Wo das Modulieren
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Niemals wird gespart.
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Unser Herz sol heißen,
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Herr, dein Psalterspiel,
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Das sich wird befleißen,
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Dich ohn' End und Ziel
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In der Welt zu loben;
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Auch mein Geist, allein
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Stets zu dir erhoben,
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Sol dein' Harfe sein.
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Herr, es sol da singen
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Nicht der bloße Mund,
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Noch ein Lied erklingen
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Ohn' des Herzen Grund:
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Nein, es sol mit Thränen
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Aus der Seelen gehn,
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Die sich stets wird sehnen,
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Dich mit Lust zu sehn.
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Bald so wil ich beten,
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Herr, aus ganzer Macht,
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Bald so wil ich treten
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Voller Glaubenspracht
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Für den Thron der Gnaden,
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Wenn ein großer Schmerz
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Schwerlich hat beladen
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Mein betrübtes Herz.
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Bald so wil ich schreien,
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Wenn der Feinde Schar
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Nah' ist, nach dem Dräuen
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Mich zu würgen gar;
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Bald so wil ich bitten,
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Wenn ich Armer steh
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Gleichsam in der Mitten
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Und mein Grab anseh.
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Bald so wil ich loben,
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Wenn zur argen Zeit
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Für der Feinde Toben
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Du mich hast befreit,
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Ja, mich aus der Höllen
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Gleichsam hast gebracht,
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Wil ich dann bestellen
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Deinen Ruhm mit Macht.
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Herr, dein Lob ausbreiten
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Ist der Engel Lust,
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Drüm sol dieß bei Zeiten
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Mir auch sein bewust;
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Ja, die kleine Kinder
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Sollen früh und spat
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Rühmen, Herr, nicht minder
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Deine Majestat.
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Laß im ganzen Leben
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Mich, o Gott, nur dich
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Und dein Thun erheben,
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Laß mich würdiglich
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Dich mit süßen Weisen
102
Rühmen in der Welt,
103
Bis ich werde preisen
104
Dich im Himmelszelt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Rist
(16071667)

* 08.03.1607 in Hamburg, † 31.08.1667 in Wedel

männlich, geb. Rist

deutscher Dichter und lutherischer Prediger

(Aus: Wikidata.org)

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