Tauflied

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Johann Rist: Tauflied (1637)

1
O welch ein unvergleichlichs Gut
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Gibst du, Herr, deinen Kindern:
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Das Wasser und zugleich dein Blut
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Verehrest du den Sündern!
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Drei Dinge sind, welch' allermeist
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Auf Erden Zeugnis geben:
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Das Blut, das Wasser und der Geist.
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Die können uns erheben
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Zu deinem Freudenleben.
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Dieß Sacrament ist selbst durch dich
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Geheiligt und beschlossen,
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Daß wie du, Herr, bist sichtbarlich
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Mit Wasser ganz begossen
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Im Jordan durch Johannes Hand:
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So sol auch uns rein machen
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Dein heiligs Blut, das theure Pfand,
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Das lauter Himmelssachen
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Kan würken in uns Schwachen.
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Du hast uns durch dieß Sacrament
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Der Kirchen inverleibet,
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Also, daß man uns Christen nennt
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Und in dein Buch itz schreibet;
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Dieß Wasserbad hat uns im Wort
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Auch rein gemacht von Sünden.
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Dein guter Geist der wol' hinfort
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Die Herzen recht entzünden
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Und Lieb' in ihnen gründen!
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Wir sind, Herr, in dein Gnadenreich
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Durch diesen Bund gesetzet,
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Der uns an Leib und Seel' zugleich
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Recht inniglich ergetzet;
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Du hast uns durch dieß reine Bad
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So trefflich schön bekleidet,
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Daß auch hinfort von deiner Gnad'
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Uns selbst der Tod nicht scheidet
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Noch alles, was uns neidet.
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Aus Höllenkindern sind wir schon
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Der Gnaden Kinder worden;
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Dieß ist der Christen schönste Kron'
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Und Schmuck in ihrem Orden.
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Ja, Christus selber und sein Blut,
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Sein Tod und Sieg daneben,
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Ist nunmehr unser eignes Gut,
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Das er uns hat gegeben,
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Mit ihm dadurch zu leben.
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Er hat uns auch das Kindesrecht
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Der Seligkeit geschenket;
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Durch solches ist die Sünde schlecht
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Ins tiefe Meer versenket.
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Was können Teufel, Hölle, Tod,
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Welch' uns stets widerstunden,
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Weil Jesus Christus alle Not
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Samt ihnen überwunden?
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Nun ist das Heil gefunden!
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Herr, laß uns doch, den Reben gleich,
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Auch gute Früchte bringen
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Und aus der Welt nach deinem Reich'
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Im Glauben eifrig ringen;
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Laß uns durch wahre Reu' und Buß'
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Auch täglich mit dir sterben,
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Demnach der alte Adam muß
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Bis auf den Grund verderben,
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Sol man dein Reich erwerben.
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Hilf, daß wir diesen Gnadenbund
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Der Taufe nie vergessen,
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Und sich kein freches Herz noch Mund
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Zu schmähen ihn vermessen;
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Die Taufe muß in Angst und Pein,
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Ja, wenn wir gehn von hinnen,
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Herr, unser Trost und Freude sein;
71
Das heißt der Welt entrinnen,
72
Den Himmel zu gewinnen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Rist
(16071667)

* 08.03.1607 in Hamburg, † 31.08.1667 in Wedel

männlich, geb. Rist

deutscher Dichter und lutherischer Prediger

(Aus: Wikidata.org)

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