Danklied

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Johann Rist: Danklied (1637)

1
Wie groß ist deine Lieb', o Herr,
2
Du freundlicher, du gütiger,
3
Wer kan dir gnugsam danken?
4
Ich bin vol Ungerechtigkeit,
5
Noch liebest du zur jeden Zeit
6
Mich Sündigen, mich Kranken,
7
Da gleichwol meine Missethat
8
Erschrecklich dich beleidigt hat!
9
Du hast uns deinen werten Sohn,
10
Das Licht der Welt, den Gnadenthron,
11
So väterlich gegeben
12
Und dieses große Sacrament,
13
Das man des Herren Nachtmal nennt,
14
Geschenket uns daneben,
15
Auf daß es solt ein Merkmal sein,
16
Daß alles unser ist, was dein.
17
Vernunft zwar kan es nimmer recht
18
Begreifen, noch die Zunge schlecht
19
Dieß große Werk erzählen,
20
Doch bitt ich, nimm itz gnädig an,
21
Dieß Kleine, das ich geben kan,
22
Laß meinen Wunsch nicht fehlen;
23
Hilf, daß ich dir mein Leben lang
24
Von Herzen sage Lob und Dank.
25
Du hast so wol erquicket mich,
26
Dafür preis' ich dich ewiglich;
27
Ach, stärke meinen Glauben!
28
Laß auch die Liebe feurig sein,
29
Verhüte, daß noch Not, noch Pein
30
Mir die Gedult wegrauben.
31
Herr, gib mir ein gehorsams Her,
32
Das sich nicht kehre hinterwärts.
33
Verleihe, daß ich meine Sünd',
34
Als welch' ich stets in mir noch find',
35
Herzinniglich bereue,
36
Daß ich der Lieb' und Sanftmut vol
37
Stets wandlen mög', und herzlich wol
38
In Jesu mich erfreue,
39
Und wenn mich gar nichts trösten kan,
40
So tritt du selbst mit Trost heran.
41
Herr, habe du zu Tag und Nacht
42
Auf mein Gebet und Seufzen Acht,
43
Laß mich die Sünde meiden;
44
Behüte mich für Satans List,
45
Der mir so sehr gehässig ist,
46
Ja, mich von dir wil scheiden,
47
Halt' ihn, auch selber mich, im Zaum,
48
Daß ich ihm lasse keinen Raum.
49
Verleih, o Vater, daß allein
50
Mein Schutz und Wohnung möge sein
51
In Jesu Blut und Wunden;
52
Hilf, daß sein Leiden, Angst und Tod
53
Von mir in meiner letzten Not
54
So kräftig werd' empfunden,
55
Daß ich aus diesem Jammerthal
56
Bald fahr' in deinen Freudensal.
57
Dem Vater sei Lob, Ehr' und Preis,
58
Und dir, Herr Jesu, gleicherweis,
59
Als auch dem Geist der Gnaden;
60
Du heilige Dreifaltigkeit,
61
Verhüte, daß in dieser Zeit
62
Kein Feind mir müge schaden,
63
Drauf führe mich aus dieser Welt
64
Zum Himmel, wenn es dir gefällt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Johann Rist
(16071667)

* 08.03.1607 in Hamburg, † 31.08.1667 in Wedel

männlich, geb. Rist

deutscher Dichter und lutherischer Prediger

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.