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Jedermann weiß, daß die Blinden
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Des bestirnten Himmels Licht,
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Und was sonsten ist zu finden
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In der Welt hie, schauen nicht;
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Weil sie denn nichts können schauen,
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Müssen sie nur Worten trauen.
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Zwar ich wil es nicht verneinen,
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Blinde die sind übel dran;
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Noch viel ärger, die da meinen,
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Selig sei derselbe Mann,
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Der sich und sein ganzes Leben
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Hab' an Höfelust ergeben.
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Blind sind alle, die da sagen,
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Daß bei Hof' ein Leben sei,
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Das man führ' ohn' alles Klagen,
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Da man, vor der Armut frei,
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Nur in Freuden werd' erzogen.
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O wie weit, wie weit betrogen!
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Wer kein falsches Herz kan leiden
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Und ein Maul, das freundlich spricht,
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Wer Gefahr und Not wil meiden,
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Komme ja nach Hofe nicht,
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Weil der Tod an diesen Orten
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Vorne sitzet bei der Pforten.
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Tausend Unglück must du tragen,
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Wilt du hoch am Brette sein;
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Wer sich darf bei Hofe wagen,
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Kriegt zu Lohn den bloßen Schein,
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Den man wahre Freundschaft nennet,
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Freundschaft, die kein Mensche kennet.
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Wer sich gleich mit Fleiß gesellet
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Zu der frommen Männer Schar
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Und sein Leben so bestellet,
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Daß er hoffet, die Gefahr
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Könn' ihm nun hinfort nicht schaden,
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Wird mit Neidern erst beladen.
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Liegen und den Nächsten schänden,
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An sich kaufen falsche Gunst,
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Kluge mit Geschenken blenden,
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Ist bei Hof' ein' alte Kunst;
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Wie man Gutes sol verkehren,
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Pfleget man daselbst zu lehren.
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Sich und seine Thaten preisen,
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Ist der Höfling' erste Lust;
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Eigne Klugheit zu erweisen
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Und mit aufgeworfner Brust
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Andre fast vor nichts zu schätzen,
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Das mag diese Leut' ergetzen.
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Freunde nur mit Worten weiden
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Und versprechen oft und viel,
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Mit dem langen Messer schneiden,
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Ist der Höfling' einzigs Ziel,
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Die oft mit der Heuchler Stangen
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Viel der schlechten Vögel fangen.
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Wer noch kan bei Hofe schweigen,
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Bleibet ohne Spott und Hohn;
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Wer die Wahrheit stets wil geigen,
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Der kriegt keinen andern Lohn,
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Als daß man die Geig' hinreißet
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Und ihm um die Ohren schmeißet.
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Viel' hat auch der Hof gefangen
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Durch den Schein der Herlichkeit,
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Weil man da einher thut prangen
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Anders nicht, als wär die Zeit,
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Die wir doch so schleunig enden,
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Nur zur Hoffart anzuwenden.
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Gottesfurcht ist ausgetrieben,
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Treu' und Glauben sind davon;
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Keiner thut den andern lieben;
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Undank ist der beste Lohn,
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Welchen auch zuletzt die Frommen
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Von den Herren selbst bekommen.
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Du, mein Freund, bist nun genesen,
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Du, du hast es recht bedacht;
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Damals bist du klug gewesen,
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Wie du gabest gute Nacht.
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Wilt du schlafen, wilt du wachen,
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Kanst du jetzt den Neid verlachen.
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Lasse nun gen Hofe laufen,
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Wer nicht selber herschen wil;
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Laß' ihn Rauch für Rauch verkaufen;
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Ich und du wir sitzen stil,
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Schauen, wie dadurch auf Erden
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Aus den Herren Schlaven werden.