Auf die Winterszeit

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Johann Rist: Auf die Winterszeit (1637)

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Der Winter hat sich angefangen,
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Der Schnee bedeckt das ganze Land,
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Der Sommer ist hinweggegangen,
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Der Wald hat sich in Reif verwandt.
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Die Wiesen sind von Frost versehret,
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Die Felder glänzen wie Metall;
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Die Blumen sind in Eis verkehret,
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Die Flüsse stehn wie harter Stahl.
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Wolan, wir wollen von uns jagen
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Durchs Feur das kalte Winterkleid;
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Komt, laßt uns Holz zum Herde tragen
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Und Kohlen dran, jetzt ist es Zeit.
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Laßt uns den Fürnewein hergeben
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Dort unten aus dem großen Faß!
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Das ist das rechte Winterleben:
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Ein' heiße Stub' und kühles Glas.
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Wolan, wir wollen musicieren
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Bei warmer Luft und kühlen Wein;
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Ein ander mag sein' Klagen führen,
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Den Mammon nie läßt frölich sein.
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Wir wollen spielen, scherzen, essen,
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Solang' uns noch kein Geld gebricht,
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Doch auch der Schönsten nicht vergessen,
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Denn wer nicht liebt, der lebet nicht.
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Wir haben dennoch gnug zu sorgen,
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Wann nun das Alter komt heran;
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Es weiß doch keiner, was ihm morgen
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Noch vor ein Glück begegnen kan.
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Drum wil ich ohne Sorgen leben,
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Mit meinen Brüdern frölich sein.
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Nach Ehr' und Tugend thu' ich streben,
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Den Rest befehl' ich Gott allein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Rist
(16071667)

* 08.03.1607 in Hamburg, † 31.08.1667 in Wedel

männlich, geb. Rist

deutscher Dichter und lutherischer Prediger

(Aus: Wikidata.org)

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