An den dichten Wald

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Johann Rist: An den dichten Wald (1637)

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Spielet sanft, ihr schlanken Zweige,
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Spielet, weil der Tag ist hell,
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Eh' auch Phöbus läuft zur Neige,
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Spielet meiner Florabell;
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Helfet mir, mit süßen Weisen
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Diese Menschengöttin preisen.
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Zweiglein sauset in die Wette
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Gleichsam einen Lobgesang,
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Eh' die Schönste geht zu Bette
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Und man hört der Frösche Klang;
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Denn wil ich die Stimm' auch schwingen,
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Florabellen zu besingen.
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Neiget euch doch bald, ihr Eichen,
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Gar zur Erden mit Begier!
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Florabellen seh' ich schleichen
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Hinter jenem Busch herfür.
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Ach, was trag' ich groß Verlangen,
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Florabellen zu empfangen!
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O du schönster Tag im Lenzen,
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Phöbus machet dich zwar rein,
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Nun ich aber sehe glänzen
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Florabellen Aeugelein,
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Wirst du schöner als die Sonne;
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Eile doch, mein Herz und Wonne!
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Ja, sie komt mit sanften Schritten!
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Denket, welch ein' Himmelspracht!
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Dicker Wald, laß dich erbitten,
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Oeffne dich mit ganzer Macht,
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Denn so wil ich näher treten,
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Florabellen anzubeten.
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Florabella, laß mich knieen
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Nur für deiner Majestat!
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Daphnis wil nur vollenziehen,
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Was er dir versprochen hat;
35
Laß ihn, sol er nicht verderben,
36
Schönste, deinen Schlaven sterben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Rist
(16071667)

* 08.03.1607 in Hamburg, † 31.08.1667 in Wedel

männlich, geb. Rist

deutscher Dichter und lutherischer Prediger

(Aus: Wikidata.org)

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