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Wann Kunst und Wissenschaft, wann des Gemütes Gaben,
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Damit für schlechtes Volk die hohen Geister traben,
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Wann Scherz, wann kluge List, wann Witz aus Sterbens Not
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Könt' helfen, ei, so wär mein
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Ihn hatt' Apollo selbst zum Erben auserkoren,
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Die Pallas nahm ihn auf, kaum wie er war geboren
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Und in der Wiegen lag; sein Reichtum, Schatz und Zier
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War zwar kein Geld noch Gold, nur Bücher und Papier.
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Er liebte ja kein Geld, wie mancher, der sein Dichten
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Auf das, was eitel heißt, nur einzig pflegt zu richten;
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Auch fragt' er nichts nach Gunst, der Heuchler falschem Schein,
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Sein Wunsch war, daß er könt' nur allen dienstlich sein.
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Von seiner Kindheit an, auch durch sein ganzes Leben
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Hat er sein Herz' und Sinn der Wissenschaft ergeben,
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Jedoch sein kluger Geist macht' ihn der Welt bekant.
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Die weltberühmte Schul der theuren Gülpher Helden,
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Die sol sein wertes Lob von langer Zeit vermelden,
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Dich mein' ich, Helmenstätt; du hast ihn oft gehört,
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Wann er dein wertes Volk mit Reden hat verehrt,
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Mit Reden, da er könt' ein hartes Herz durch beugen.
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Ihr hohen Stühl', ihr Tisch', euch ruf' ich all' zu Zeugen,
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Ihr Seulen, die ihr in den schönen Zimmern steht,
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Wo Phöbus und sein Volk oft auf und nieder geht;
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Ihr wisset, wie er pflag mit Versen das zu preisen,
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Was recht zu preisen war; er that euch allen weisen,
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Daß zwar ein Hofemann gemachet werd', allein
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Ein Singer und Poet müß' erst
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Ich wil hier, was ich sonst noch rühmlich könt' erzählen
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Von seinem großen Fleiß in Gottes Schrift, verhehlen.
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Sein erstes Thun war Furcht des Herren Zebaoth,
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Sein andres Ehr' und Zucht, das letzte Freud' in Gott.
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Mehr schreib ich nichts hievon. Was über dieß die Tugend
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Der Lieb' und Treu' betrifft, auch wie er in der Jugend
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Sein Leben und sein Thun auf Redlichkeit gewandt,
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Das, mein' ich, ist mir auch zum guten Theil bekant.
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Sein Wissen war nicht schlecht, sein Lernen und sein Lehren
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Ist vielen wol bewust; dieß kan sein Lob vermehren,
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Daß Rostock, weil es ihn herzgründlich lieben that,
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Ein Zeugnis seiner Kunst ihm gern ertheilet hat.
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Was soll ich von der Lust, die er stets pflag zu tragen
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Zu mancherlei Gedicht' und Freudenspielen sagen?
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Da war er Meister inn'; er hats dahin gebracht,
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Daß nun so mancher Geist auf Schauspiel ist bedacht.
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Ist Varro gleich berühmt, ist er gleich Prinz gewesen,
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Der Dichter seiner Zeit, solt' er die Spiele lesen,
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Die Stapel auf dem Platz hat ehmals vorgestellt,
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Er würde sich vor Scham hinschwingen aus der Welt
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Nach Proserpinen zu. Was? Plautus muß ihm weichen,
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Der kluge Seneca, Euripides desgleichen,
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Und solcher Helden mehr, die schon vor langer Zeit
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Erworben hier ein Lob der Kunst und Zierlichkeit.
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Man pflegt es ja noch oft, o Bruder, zu erzählen,
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Wie du dem Fried' und Krieg begüntest zu befehlen
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Zu kommen auf die Bühn'; es war ein schön Gedicht,
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Das mancher sah und doch den Sinn vermerkte nicht.
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Die Götter musten hie der Teutschen Laster strafen
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Und, wann die Buß' erfolgt', ein ruhigs Leben schaffen,
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Der Spanier und Franzos', auch noch ein' andre Rott'
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Aus Teutsch- und Engelland, die wurden dir zum Spott.
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Bald must' im andern Spiel Germanien auch kommen,
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Die hatte den Gebrauch der Alten angenommen;
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Draus ward die neue Pracht, der Fremden Eitelkeit
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Ihr' eigen schier, und das in einer kurzen Zeit,
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Bis sie durch Gottes Rach kam in den Bettlerorden,
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In welchem sie so gar ist ausgemergelt worden,
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Daß auch, wie sehr man sucht, ihr glänzend Angesicht,
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Auch Scepter, Schwert und Kron nunmehr kan finden nicht.
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In diesen und noch viel mehr andren schönen Sachen
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Da kontest du, o Freund, die Eitelkeit verlachen
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Der jetzt betrübten Zeit; du kontest ohne Scheu
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Erweisen, daß die Welt ein rechtes Tollhaus sei.
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O wie so manchen Tag bin ich bei dir gestanden
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In solcher schweren Lust! Die Werke sind fürhanden,
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Die klare Zeugen sein, daß ich die Müh' und Zeit
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Mit dir getheilet hab' in höchster Freundlichkeit.
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Dein Geist der war geneigt was Frölichs zu beschreiben,
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Und meiner wolte stets bei Traurgedichten bleiben:
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Herodes, Wallenstein und Gustav waren mein,
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Der Teutschen Fried' und Krieg und noch mehr andre dein.
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Nun, dieß war unser Lust, der Wollust stets zu spotten,
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Die Laster, könt' es sein, durch Spielen auszurotten.
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Der Wille war doch gut, denn rühmlich ist der Mann,
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Der oftmals lachend auch die Wahrheit sagen kan.
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Dieß alles ist vorbei. Nun hast du mich verlassen,
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Mich, der ich alles das gezwungen bin zu hassen,
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Was Welt und Leben heißt. Du bist im Freudensal,
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Du sitzest in der Ruh, und ich in steter Qual.
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Wie der ist sonder Pein, der bei den Englen lebet,
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So ist der voller Angst, der lang' auf Erden schwebet.
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Wie oft gedenk' ich der dreifachen Angst und Not:
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Geboren sein, drauf folgt viel Unglück, denn der Tod.
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Geboren bin ich ja; das andre lern' ich schmecken
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(ich meine dich, o Kreuz); das dritte wird mich strecken
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Zuletzt ins finstre Grab; mir ist nur eins bedacht;
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Du hast sie alle drei durch Gott zum Ende bracht.
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Nun freue dich in Gott, du edle Seel', dort oben,
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Die du nicht fürchten darfst der tollen Feinde Toben,
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Das uns noch täglich plagt ohn' alle Maß' und Ziel;
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Wir leben hier im Streit, und du im Freudenspiel.
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Ich weiß, mein Freund, ich weiß, du kanst der Sorgen lachen,
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Die uns dieß Leben hie so sehr beschwerlich machen,
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Da unser Wissen ist ein rechter Kindertand;
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Die wahre Klugheit schwebt im rechten Vaterland'.
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O selig, edle Seel', Gesell der Gottes Kinder,
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O sorgenloser Geist, o Satans Ueberwinder,
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Sei tausendmal gegrüßt! Wol mir, wann ich die Welt
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Gesegnet hab' und dir alsdenn bin zugesellt.