18. Auff den ersten Januarii (1625)

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Martin Opitz: 18. Auff den ersten Januarii (1625) (1618)

1
Die Jahre pflegen zwar ihr rechtes Ziel zu finden
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Und werden fortgeführt als eine schnelle Fluth,
3
Die ehe fleucht als kömpt; der Menschen rauer Muth
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Wird, ist und bleibt verstockt in mehr als tausent Sünden.
5
Der Geist wil offte zwar sich etwas unterwinden,
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Dein Himmel zu zugehen; doch was er macht und thut
7
Ist schwach und wird gehemmt durch unser Fleisch und Blut.
8
Der Geist von oben her muß einig uns entzünden
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Mit seiner starcken Brunst, muß dämpffen unsern Wahn,
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Der keine Frömmigkeit und Tugend fassen kan.
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O Gott, nimb mit der Zeit des alten Jahres hin
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Mein alte grosse Schult; gib, daß ich Neu und Schmertzen
13
Hier über tragen mag, und schicke meinem Hertzen
14
Mit diesem neuen Jahr auch einen neuen Sinn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Martin Opitz
(15971639)

* 23.12.1597 in Bolesławiec, † 20.08.1639 in Danzig

männlich, geb. Opitz

natürliche Todesursache | Pest

deutscher Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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