Asterie mag bleiben, wer sie wil

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Martin Opitz: Asterie mag bleiben, wer sie wil Titel entspricht 1. Vers(1618)

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Asterie mag bleiben, wer sie wil,
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Ich weiß nichts mehr von ihr
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Und ihrer Huld, ein sehr viel höher Ziel
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Hab ich anjetzt vor mir;
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Ich will mich weiter schwingen
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Als durch den Erdenkreiß
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Und nur alleine singen
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Der Tugend Ehr' und Preiß.

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Wie selig ist, wer in Vollkommenheit
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Der Weißheit sich verliebt,
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Die süsse Gifft der schnöden Eitelkeit
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Ihn nimmermehr betriebt;
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Er weichet von den Wegen
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Der Ueppigkeit der Welt,
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Darauff zuvor erlegen
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Manch freyer kühner Heldt.

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Die Schönheit zwar veracht' ich gäntzlich nicht,
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Weil sie von oben kömpt,
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Das sag' ich nur, daß sie gar leichte bricht
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Und bald ein Ende nimpt;
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Der rote Mund, die Wangen,
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Der schönen Augen Glantz,
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Ja alle Pracht und Prangen
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Ist wie ein Rosenkrantz.

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Wer Tugend liebt, der stirbet nimmermehr,
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Er dringt durch alle Noth,
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Durch alle Welt erklingt sein Lob und Ehr,
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Er bleibt und lebet todt:
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Drumb wil ich nichts mehr schreiben
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Von zeitlicher Begiehr,
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So wird mein Lob bekleiben
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Und grünen für und für.

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Weg, Venus, weg, du Pest der jungen Zeit,
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Ich selbst vergesse mein;
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Ich wil jetzt gehn den Lauff der Ewigkeit
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Und auff der süssen Pein
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Verwirten Bahn nicht wallen,
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Die Tugend ist mein Ziel;
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Asterie sampt allen
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Mag bleiben, wer sie wil.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Martin Opitz
(15971639)

* 23.12.1597 in Bolesławiec, † 20.08.1639 in Danzig

männlich, geb. Opitz

natürliche Todesursache | Pest

deutscher Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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