4. Neujahrs-Getichte

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Martin Opitz: 4. Neujahrs-Getichte (1618)

1
Die Sonn' hat ihre Reis' auff dieses Jahr vollendet,
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Mein Lieb, du endest noch die harten Sinnen nicht;
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Sie hat den klaren Schein nun wider her gewendet,
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Du wendest von mir ab der schönen Augen Liecht.
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Was wüntsch' ich dir dann jetzt, mein bester Trost, vor Gaben
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Auff dieses neue Jahr? Geld? Dieses hastu schon.
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Viel Glück? Auch das ist hier. Wiltu dann Schönheit haben?
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Du hast sie allbereit und weissest wol darvon.
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Noch etwas ist in dir, wofern' ich es mag sagen,
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Darvon kömpt alles Leid und Trauren bey mir her.
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Ein grosses Bollwerck steht umb deinen Sinn geschlagen,
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Diß möcht' ich gerne sehn, daß es gefället wer.
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Hier diese Mauer macht, daß meine freye Sinnen,
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Mein' unverfälschte Lieb' und treue Dienste nicht
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Deß Hertzens hohes Schloß vermögen zu gewinnen;
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Die Schantz' ist stärcker noch als daß sie ein Mensch bricht.
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Ach, wann durch diesen Wall Cupido wolte schiessen!
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Wo nicht, so geb' er mir den Bogen und Gewalt,
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Ich solt ein grosses Loch bald haben durchgerissen,
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Da ich mein Läger hett' und steten Auffenthalt.
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Sey nun mit meinem Schatz', o auch mein Schatz, verehret,
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Dem Hertzen, das ich dir zu schencken außerkiest;
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Verwahr' es ja mir wol, daß es nicht wird versehret,
24
Wie vor das alte Jahr, so jetzt vergangen ist.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Martin Opitz
(15971639)

* 23.12.1597 in Bolesławiec, † 20.08.1639 in Danzig

männlich, geb. Opitz

natürliche Todesursache | Pest

deutscher Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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