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Ihr aber, Römer, lebenssatt,
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Der reifen Frucht des Sieges satt,
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Wagt euch in unsre Wälder her
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Als ob hier ein Karthago wär;
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Auch unser Führer gleich am Fall
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Dem großgewesnen Hannibal? –
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Ha, was durchstört ihr Berg und Hain?
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Juwelen nicht noch Elfenbein,
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Nicht Silber oder Gold ist hier:
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Nur Eisen, Varus, haben wir!
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Wie? Lockte dich der Tod soweit? –
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Vielleicht daß unsre Biederheit
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Dein Herz mit Sehnsucht eingenommen,
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Solch edle Knechte zu bekommen? –
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Das ists! bey Gott! Drum drangst du ein,
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Gleich einer Seuche drangst du ein;
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Im ganzen Lande schleicht dein Gift,
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So wie die Pest mit gleichen Pfeilen
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Den Weisen und den Thoren trifft.
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O tief bis in das Grab verflucht
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Sei, Räuber, eure Ränkesucht!
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Doch eh ihr unsern Grimm bezähmt,
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Uns wie gefangne Bäre lähmt,
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Soll Brust und Herz euch beben!
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Hier ist die Freiheit; kommt und nehmt:
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Erst aber nehmt das Leben!
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Denn sterben, lieber wollen wir
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Der Erst' und Lezte sterben;
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Dann möget diese Wüsten ihr,
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Ihr mit dem offnen Rachen, erben! –
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Horch! – Welch ein weicher Saitenklang
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Wagt sich an meinen Rachegesang?
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Sieh doch, Mana-Thuiskons Kind,
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Sieh doch wie wir glücklich sind.
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Sieh den Ruhm in unserm Sold,
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Sieh das allmachtsvolle Gold,
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Schmuck, Bequemlichkeit und Kunst;
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Sieh an uns der Götter Gunst.
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Willst du nicht bey Scherz und Wein
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Gleich den Römern glücklich seyn?
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So sang mit ihrer Zauberstimme
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Verderblich riß des Liedes Anmuth
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So manches beßre Herz dahin.
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Es wähnte sich zum Glück erlesen,
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Es opferte sich selbst zum Dank.
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O wär doch auf den Zaubergesang
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Ein Schwertschlag Wiederhall gewesen!
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Nun aber bauen sie umher.
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Schon mehrt sich nach und nach ihr Heer;
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Schon schwillt der kleine Gißbach auf
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Von der Gebürge Schnee:
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Es steigt und steigt der Fluthen Lauf
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Gefährlich an die Hütten auf
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Und macht das Feld zur See.
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Verschlungen ist des Feldes Frucht;
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Verschlungen Gnügsamkeit und Zucht;
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Die Tugend und die Freiheit fliehn
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Auf fluthumströmte Felsen hin,
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Und schauen ängstlich weit umher
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Ob da kein Retter weiter wär?
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Drey Adler, stolz, und feist von Beute,
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Schweben über der Wellen Wuth:
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Und sind sie schon der Vögel Fürsten;
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So eßen sie doch Raub, und dürsten
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Nach des Zerrißnen Blut.
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O nehmts zu Herzen und zu Ohren
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Wie dieser Fremdling hier stolziert;
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Bald uns, von freyen Müttern geboren,
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Als Jünglinge verderbt,
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Als Männer feßeln wird!
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Nicht Billigkeit, nicht Weihgefecht,
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Ein feiler Prätor spricht das Recht,
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Als wären wir, für Rom allein geboren,
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Kaum beßer als ein Knecht.
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O wehe dir, verführte Jugend!
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Der unerfahrne Jüngling weiß
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Itzt andre Freuden noch als Tugend,
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Und wird für Pracht und Wollust heiß;
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Der Väter Ernst ist ihm ein Scherz,
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Sein Arm entnervt, und welk sein Herz.
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O Rom, gieb uns die Kinder wieder,
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O meine Kinder, kehrt doch wieder:
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Freund Godschalk, Mann nach meinem Herzen,
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Sowahr dich Tohr erhört,
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O komm zurück zu meinem Herzen!
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Ist Rom wohl deiner werth? –
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Umsonst! Weh mir! Entflohen
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Ist er und hört mich nicht;
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Er achtet nicht der Freundschaft Drohen,
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Die Noth des Vaterlandes nicht.
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Weint, weint um ihn im frühen Thaue
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Ihr Eichen, weint um ihn!
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Verdorre, verwelke, Hain und Aue,
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Wo ich, ach wo ich ihn
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So brünstig an den Busen schloß!
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Gewiß, er war für solche Sitten,
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Für solchen Tand zu groß!
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Unsterblich nicht; nein, trauet mir:
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Sie sind des Todes so wie wir.
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Von frühem Römerblute naß,
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Bürgt euch Rhingulph der Barde das!
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Ich würgte den Tribunus, ha!
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Der sich den Tod an meiner Irmgard sah.
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Verbrecherischer Feuerfunken
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War in sein lodernd Herz gesunken.
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Ich fand, wie er mit Blicken
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Des Hungers sie verschlang;
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Ich staunte welch Entzücken
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Sein Aug' aus ihrem Anschaun trank.
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Bald furcht' ich sein Bestreben,
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Sein Tändeln, seinen Witz:
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Und schnell durchfuhr mich auch ein Jammer, wie durchs Leben
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Da fühlt' ich Flammen nagen
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Am Herzen, Flammen im Gesicht;
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Da hätt' ich ihn erschlagen,
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Floh mich der Weichling nicht!
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Ich lief in die Dicke des Haines,
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Ich stürmt' ins Rosengesträuch;
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Ich hieb vor Wuth die Blüten
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Herunter und warf sie in Teich.
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O manche sinnlose Stunde
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Lag ich mit blankem Schwerte da: –
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Itzt klatschten die Wellen; da wacht' ich,
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Da lauscht' ich durch die Sträucher;
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Und – Götter! – Irmgard ist da!
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Schon warf sie hin ans Ufer
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Sie sank itzt ins Gewäßer;
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Doch waren Pfeil und Bogen
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Stracks war des Unsinns Nebel
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Verdampft, verraucht war meine Wuth:
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Ich dachte nur, die Federweiße
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In spiegelheller Fluth;
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Und wollte meiner Lieben mich entdecken,
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Und schlich sanft durchs Gesträuch, und nun – –
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O daß ihn Tohr zermalme! –
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Da schlich auch der Tribun.
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Schnell fuhr der Grimm mir ins Herz,
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Mich flügelten Rach' und Schmerz;
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Kaum sah ich daß Irmgard am Bogen
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Den Pfeil schon aufgezogen;
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Ich flog dem Pfeile zuvor:
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Der Hieb pfiff durch die Luft; der Schädel
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Des Frevlers nahm ihn ein;
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Da überströmte mich der Brunnen
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Des Blutes, und die rothen Fluthen
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Rieselten in Teich hinein. –
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Nun aber, nun mit Ernst und Eil',
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Auf auf, und tilget all den Greul!
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Auf Männer, auf, und brüderlich
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Rächt Euch, die Tugend, Irmgard, mich!
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Wo nicht; so möge schnell
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Noch in der Freiheit Armen
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Mein Geist von dannen ziehn,
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Die jeden Fittich schon entfaltet
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Euch Trägen zu entfliehn!
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Dann will ich Tohr und Mana grüßen,
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Siegmar an deiner Statt,
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Und alle Götter sollens wißen,
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Was Thuisko nun für Enkel hat! – –
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In dem Schauer klang ein Römerbogen.
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Ach wohin ist der unselge Pfeil,
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Ach in weßen Brust ist er geflogen?
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Siegmar, Siegmar geht zur Heldenruh!
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Drück ihm, Sohn, drück ihm die Augen zu!
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Über uns ist er geflohn,
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Heimwärts schwebt der Gott nun schon,
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Blicket segnend noch herunter,
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Weiht uns seinen Sohn!
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Die Götter sahn aus ihrem Saal
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Ihn auf dem hellen Abendstrahl
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Mit eignen Kräften durch
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Des Himmels Stürme dringen,
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Um sich zu ihnen aufzuschwingen.
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Da schaute Mana, schritt hervor:
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»noch sind sie meiner werth; o Tohr,
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O Thuisko, rettet meine Kinder!«
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Da lächelte der Götter Chor,
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Und sprach, seyd Überwinder.
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Da donnerte der Donnerer Tohr.
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O nun zusammen ihr Brüder, zusammen,
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Wie auf dem Opferheerd
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Die Wuth gemehrter Flammen
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Im Nu die Gabe verzehrt!
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Verwandl' in Rache deine Trauer;
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Auf, Herman, mit des Feldherrn Macht!
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Siehst du? Der angenehme Schauer
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Des feisten Schlummers, und die Nacht
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Liegt fest auf unsrer Feinde Heer.
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Schwüle Gewitter schleichen umher;
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Und Tohros heisre Stimme ruft,
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Und Manas Schwert blinkt in der Luft;
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Hertha hat schon das Feld geweiht:
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Das, das, Veleda, ist die Zeit!