28. Heimliches Einverständniß

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Paul Fleming: 28. Heimliches Einverständniß (1624)

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Muß sie gleich sich itzund stellen,
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als wär' ich ihr unbekant,
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meint drum nicht, ihr Mitgesellen,
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daß ihr Sinn sei umgewant.
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Ihre Treu' in unsrem Handel,
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die weiß ganz von keinem Wandel.

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Amor liebet solche Herzen,
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die des Mundes Meister sein,
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die bei Trauren können scherzen
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und erfreuet sein in Pein.
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Wer will paßfrei sein im Lieben,
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der muß sich im Bergen üben.

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Also wenig sie sich hassen
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und nicht selber sie sein mag,
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also wenig wird sie lassen
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den, der sie zu sein stets pflag.
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Eins, das sich dem andern giebet,
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liebt es, wie sichs selten liebet.

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Dennoch hat sie mich im Sinne,
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hat sie mich im Auge nicht.
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Nicht ists außen, sondern drinne,
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was mir ihre Gunst verspricht.
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Müssen schon die Lippen schweigen,
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sie denkt doch: der bleibt mein eigen.

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Recht so, Schwester, laß nicht merken,
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was dich heimlich labt und kränkt.
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Man verrät sich mit den Werken,
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der bleibt sicher, der viel denkt.
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Laß sie sagen, was sie wollen,
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wir nur wissen, was wir sollen.

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Sei dir ähnlich und verbleibe,
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die du vor warst und noch bist,
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und denk nicht, weil ich nichts schreibe,
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daß mein Denken dich vergißt.
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So gedenk' ich stetigs deiner,
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daß ich auch vergesse meiner.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Fleming
(16091640)

* 05.10.1609 in Hartenstein, † 02.04.1640 in Hamburg

männlich, geb. Fleming

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller und Arzt

(Aus: Wikidata.org)

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