42. Auf M. Johan Albrecht von Mandelsloh, Fürstl. Holstein. Gesandten Stallmeistern, seinen Geburtstag, in der Moskaw 1636

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Paul Fleming: 42. Auf M. Johan Albrecht von Mandelsloh, Fürstl. Holstein. Gesandten Stallmeistern, seinen Geburtstag, in der Moskaw 1636 (1624)

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Morgen gehn wir an die Reise,
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gestern war kein Sonnenschein.
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Heute laßt uns unser sein,
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edler
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dir zu Preise, weil dein Licht
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dir und uns viel Lust verspricht!

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Schau, wir kommen ungeladen!
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Lasse keinen Mangel sein!
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Gieb uns Wein und Zucker drein,
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aber tu dir keinen Schaden!
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Es ist nicht so arg gemeint,
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als es anfangs mit uns scheint.

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Bringt ein Freund ein freundlichs Herze,
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o so nimt er wol vor gut,
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sättigt Magen und den Mut
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mit der Kost, doch mehr mit Scherze.
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Sein Vergnügen ist allein
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können recht vergnüget sein.

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Kanstu uns hier nicht ergetzen
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mit des Frauenzimmers Gunst
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oder Trachten nach der Kunst
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auf die Tafel lassen setzen,
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nichts versehn! Es ist genung,
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schaff' uns einen guten Trunk!

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Wilst du uns denn mehr bewirten,
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die Musik ist unverwehrt.
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Die ists, die den Himmel mehrt.
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Sie macht Götter auch aus Hirten.
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Kein Gelag kan treflich sein,
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wo nicht Saiten sind und Wein.

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Denn so lachet sichs von Herzen,
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wenn der hellen Trompten Klang,
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scharfe Saiten und Gesang
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ernstlich durch einander scherzen,
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und inzwischen, weils so geht,
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keine Schale müßig steht.

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Zweie sind es, so auf Erden
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schon dem Himmel ähnlich sein:
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die Musik und edler Wein.
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Durch sie kan man himmlisch werden.
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Und so lebt der Götter Schaar
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durch das liebe lange Jahr.

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Sie, sie sinds, des Alters Meister,
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Tod der Angst, der Sorgen Haß.
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Edle Saiten, edles Glas,
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ihr erquicket unsre Geister!
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Nimmermehr kan elend sein,
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wer frisch singt und frisch schenkt ein.

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Aber mich beginnt zu dürsten.
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Junger, schenke Span'schen ein!
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Edler, das soll deine sein!
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Auf Gesundheit unsres Fürsten!
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Diß soll heute fort so gehn,
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bis wir mehr nicht können stehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Fleming
(16091640)

* 05.10.1609 in Hartenstein, † 02.04.1640 in Hamburg

männlich, geb. Fleming

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller und Arzt

(Aus: Wikidata.org)

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