24. Auf Herrn Martin Münsterbergers, Pfarrerns der Evangelischen Gemeine in der Moskaw, seinen Namenstag. 1634

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Paul Fleming: 24. Auf Herrn Martin Münsterbergers, Pfarrerns der Evangelischen Gemeine in der Moskaw, seinen Namenstag. 1634 (1624)

1
Er, der liebste deiner Tage,
2
den der güldne Titan trägt
3
auf der hohen Sternenwage
4
und in diese Stunden legt,
5
er, der liebste, heißt uns lachen
6
und mit dir uns lustig machen.

7
Wol! Damit du seist gebunden,
8
so sei dieser Eppichstrauß
9
in dein weißes Haar gewunden!
10
Freund, es geht auf Lösen aus!
11
Du wirst nicht ohn' deinen Schaden
12
uns darfür ein müssen laden.

13
Wir sind da, wir treuen Dreie,
14
die du mehr als vor nun kennst,
15
die du dir verknüpfst aufs Neue,
16
daß du sie mehr deine nennst.
17
Wir sind da mit dem Verlangen,
18
was du denn nun an wirst fangen.

19
Folge, Bruder, was zu üben
20
wir und Zeit und Himmel heißt!
21
Mein! wer wolte Den doch lieben,
22
der sich stets der Lust entreißt?
23
Denn ists Zeit, daß wir uns grämen,
24
wenn wir unsers Glücks uns schämen?

25
Brauch' der Zeit! Die leichten Stunden
26
schießen schneller als kein Fluß.
27
Zeit hat Flügel angebunden,
28
Glücke steht auf glattem Fuß,
29
und die hat nur vornen Haare,
30
die nicht allzeit kömpt im Jahre.

31
Gott weiß was wir morgen machen;
32
heute laß uns lustig sein!
33
Trauren, Frohsein, Weinen, Lachen,
34
ziehn bald bei uns aus, bald ein.
35
Wol dem, welcher ist vergnüget,
36
wie sich sein Verhängnüß füget!

37
Bringt uns Lauten, Geigen, Flöten!
38
Junger, hole das Regal!
39
Die Musik kan Trauren töten,
40
sie zertreibt der Sinnen Qual.
41
Auch die Götter sind betrübet,
42
wo nicht sie die Freude giebet.

43
Wenn wir edlen Menschen sitzen
44
umb den Ofen und ein Glas,
45
und an Seel' und Leibern hitzen,
46
so ist besser Nichts als das,
47
daß man bei so süßen Dingen
48
auch läßt süße Lieder klingen.

49
Her die Schalen! Frisch, ihr Brüder!
50
Wir sind heut' und morgen hier.
51
Daß ich warlich komme wieder,
52
so gilt, Herr
53
der Trunk dieses weiten Römers
54
auf Gesundheit unsers

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Paul Fleming
(16091640)

* 05.10.1609 in Hartenstein, † 02.04.1640 in Hamburg

männlich, geb. Fleming

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller und Arzt

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.