3. Auf der Durchläuchtigsten Frauen, Frauen Marien Eleonoren, der Schweden, Gothen und Wenden Königin u.s.w. Ihrer Majestät Ankunft in Leipzig. 1631

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Paul Fleming: 3. Auf der Durchläuchtigsten Frauen, Frauen Marien Eleonoren, der Schweden, Gothen und Wenden Königin u.s.w. Ihrer Majestät Ankunft in Leipzig. 1631 (1624)

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Nymfe, welcher ich zu Ehren
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billich diese Faust setz' an,
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welcher ich ein Lied laß hören,
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das die Zeit bestehen kan,
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sei, Prinzessin, mir gewogen,
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bis ich den Gesang vollzogen!

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Was doch aber soll ich spielen,
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was doch soll ich heben an?
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Wie vor deinem Herren fielen
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so viel tausent tausent Man?
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Wie von Kriegern, wie von Rossen
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blutgefüllte Bäche flossen?

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Wie der
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sich vor ihm gezogen ein?
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Wie sich vor ihm knechtlich bücken
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die bezwungnen
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Wie sich ihre stolzen Wellen
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ihm zu Dienste müssen stellen?

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Nein! Die unerhörten Taten
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rühmen an sich selbsten sich.
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Was vor Siegen ihm geraten,
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ist gar viel zu hoch für mich.
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Eine Muse muß es singen,
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die sich gleichet solchen Dingen.

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Hier hab' ich mir angesetzet,
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Heldin, nur zu sehn auf dich,
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nun uns dein Gesicht' ergetzet,
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und von uns läßt sehen sich.
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Dieses Liedes linde Weisen
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sollen deine Zukunft preisen.

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Bis willkommen, bis willkommen,
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hochgelobte Königin,
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nun auch hieher hat genommen
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seinen Pfad dein edler Sin!
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Bis willkommen! rufen Alle,
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wer nur rufen kan mit Schalle.

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Das verlebte Jahr wird jünger,
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Eurus hemmet seine Rach',
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Aquilo, der Wasserzwinger,
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bricht die Stürme, fährt gemach,
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Boreas weiß sanft im Wehen
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seiner Fürstin nachzugehen.

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Föbus lächelt her von fernen,
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streckt sein Gold erfreuter aus.
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Luna winket aus den Sternen,
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und beglänzt ihr blaues Haus,
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Tag' und Nächte sind uns helle,
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weil da bleiben wirst zur Stelle.

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die du ihm hast angetan,
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daß du ein hier wollen kehren
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und den Ort selbst sehen an,
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den Ort, da dein Held sich wagte
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und den Feind zu Felde jagte.

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O ihr wertesten zwei Flammen,
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er der Helden, du der Zeit,
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helf' euch Gott gesund zusammen,
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wie ihr vor gewesen seid,
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daß aus diesem Abseins-Leide
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euch erwachse lauge Freude!

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Doch verzeuch noch, Königinne,
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bis er ganz den Feind zerschmeißt,
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bis die
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bis die
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Das denn, hat es Gott versehen,
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eh' als balde wird geschehen.

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Da ihr denn in stillem Frieden
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könnet bei einander sein,
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unverhindert, angeschieden,
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auch nicht durch die letzte Pein,
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bis daß ihr mit greisem Haare
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euch mögt paaren auf der Bahre.

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Halte, Heldin, dich indessen
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bei uns auf und wo dirs liebt!
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Niemand kan dir gleich ermessen,
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was dein König noch uns giebt.
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dir zu Dienste sein Vermögen.

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Wo du sitzest, wo du gehest,
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müssen Rosen mit dir gehn!
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Wo du liegest, wo du stehest,
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müssen bunte Tulpen stehn!
81
Blumen müssen dich bespreiten
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und an iedes Ort begleiten!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Fleming
(16091640)

* 05.10.1609 in Hartenstein, † 02.04.1640 in Hamburg

männlich, geb. Fleming

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller und Arzt

(Aus: Wikidata.org)

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