5. Auf Herrn Peter Kuchens und Jungfrau Helenen Ilgens ihre Hochzeit

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Paul Fleming: 5. Auf Herrn Peter Kuchens und Jungfrau Helenen Ilgens ihre Hochzeit (1624)

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Und was ist es fast von Nöten,
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daß sich mühen die Poeten,
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Bräutgam, um dein Hochzeitfest,
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da das junge Jahr in Allen
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dir und Deiner zu Gefallen
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einen Brauttanz hören läßt?

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Der gesunde Mai kommt gangen
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in den ganz verblümten Wangen
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und verjüngt euch seinen Schein.
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Phöbus sendet seine Stralen,
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läßt den Platz mit Farben malen
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da der erste Reihn soll sein.

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Zephyr fleugt mit offnem Munde
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und haucht aus dem Blumenschlunde
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mancher Blumen liebe Zier.
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Aklei, Tulpen und Narzissen
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sieht man aus dem Boden sprießen,
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den ihr tretet, für und für.

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Die gelehrten Nachtigallen
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schrein euch zu mit lauten Schallen:
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Glück, Glück, Glück, du trautes Paar!
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Dir, dir, dir gilt unser Singen,
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dem die Täler widerklingen!
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ruft des Federpöfels Schaar.

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Auf den Feldern, in den Auen
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habt ihr eure Lust zu schauen;
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Alles schicket sich in euch.
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Die verbulten Heerden scherzen,
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wenn sie euch sehn sehnlich herzen,
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und umfangen sich zugleich.

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Daß die
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daß um Bulerinnen tauschet
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manches liebes Wasservolk,
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daß die Püscher sanfter brausen,
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daß die Lüfte linder sausen
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und uns trübet keine Wolk':

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Alles diß und anders Alles,
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was uns wol tut gleiches Falles,
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wen wol trifft und geht es an?
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Seid nicht ihr's, ihr Liebsten beide,
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denen die und andre Freude
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blos zur Lust wird angetan?

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Ja, ihr seid's! So braucht der Ehren,
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die euch Alles hilft vermehren,
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was sich freuet weit und breit!
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Eilt zur Lust, lauft zu den Tänzen,
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weil ihr noch seid in den Lenzen,
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euren und des Jahres Zeit.

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Norden, Osten, Süd und Westen
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blasen den berauschten Gästen
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kühle, linde Lüfte zu.
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Ihr indessen, weil sie trinken,
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laßt die matten Augen sinken
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in die angenäme Ruh'!

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Wol! Wer will euch das verwehren,
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was wir Alle doch begehren?
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Geht das sanfte Rasten ein!
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Was ihr schlafet, was ihr wachet,
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was ihr lachet, was ihr machet,
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werden lauter Scherze sein,

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solche Scherze, so mit nichten
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bloße Scherze sind zu richten,
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daß hernach diß sage frei,
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warum ihr euch itzt wollt herzen,
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daß zugleich in euren Scherzen
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Schimpf und Ernst gewesen sei.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Fleming
(16091640)

* 05.10.1609 in Hartenstein, † 02.04.1640 in Hamburg

männlich, geb. Fleming

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller und Arzt

(Aus: Wikidata.org)

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