13. Auf des Hochedlen Herrn Peter Krußbiorn, Königl. Schwedischen Residenten in der Moskow u.s.w., seines erstgebornen Söhnleins Absterben

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Paul Fleming: 13. Auf des Hochedlen Herrn Peter Krußbiorn, Königl. Schwedischen Residenten in der Moskow u.s.w., seines erstgebornen Söhnleins Absterben (1624)

1
Himmel auf und zu den Engeln,
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da man weiß von keinen Mängeln,
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Himmel auf und selbst zu Gott
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ist der reine Geist geflogen;
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da, da wird er aufgezogen,
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da, da ißt er Engelbrot.

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Süße Seele, soll ich klagen
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und mit deinen Eltern sagen:
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»allzu zeitlich, kurzer Gast!?«
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Nein! Selbst sie auch müssen sprechen,
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doch mit reichen Tränenbächen:
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»wol dir, daß du Ruhe hast!«

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Edel' Eltern, seids geständig,
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nichts ist unser eigenhändig,
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alles Unser' ist geborgt;
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bevoraus die süßen Erben
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heißt der Höchste zeitlich sterben,
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daß sie besser sein versorgt.

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Gott, der wechselt stetigs abe,
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untermenget Raub und Gabe,
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schenket, daß er nehmen kan.
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Klaget, was ihr könnet klagen!
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Dennoch müßt ihr endlich sagen:
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es ist Alles wol getan!

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Laßt den höchsten Vater walten!
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Der so lang' hat Haus gehalten,
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der wird nun verderben Nichts.
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Christen lassen Christum handeln,
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folgen, wie er vor will wandeln;
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nur ein Heide der versprichts.

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Vorgeschickt ist unverloren.
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Er hat einen Ort erkoren,
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da er bleibt und ihr solt hin.
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Lasset denn nach eurem Schatze
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und nach seinem edlen Platze
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euren Mut und Herzen ziehn!

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Tausent sind ihr, die dem Leben
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gerne wolten Urlaub geben;
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tausent Ander' stehn in Not,
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daß sie nicht zu bald verderben.
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Eurer Sohn hat sollen sterben,
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eh' er wündscht und scheut den Tod.

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Übel uns betagten Sündern!
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O wie wol geschicht den Kindern,
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die bald sagen gute Nacht
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und sind unbesorgt der Sachen,
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die uns Alten bange machen
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für des letzten Richters Macht!

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Wenn das Wesen aller Sachen
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in der letzten Glut wird krachen,
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Alles tot und nichts mehr sein,
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denn so soll ein neues Leben
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in verjüngter Erden weben,
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da uns Gott will setzen ein.

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Rücket zu, ihr lieben Sternen,
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zeigt es, zeigt es uns von fernen,
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zeigts uns stets das edle Bild!
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Sein Gebeinlein soll hienieden
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um sich haben eitel Frieden,
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ganz in Blumen eingehüllt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Paul Fleming
(16091640)

* 05.10.1609 in Hartenstein, † 02.04.1640 in Hamburg

männlich, geb. Fleming

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutscher Schriftsteller und Arzt

(Aus: Wikidata.org)

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